In der zweiten Ferienspielwoche geht es beim Inlinehockey rasant zur Sache

Hart, aber immer auch fair

Schnelle Ballwechsel und flottes Tempo sind bei den Ferienspielen im Inline-Hockey angesagt. Torhüter Yannick (unten) sieht in seiner Schutzkleidung mindestens doppelt so breit aus wie er eigentlich ist. Fotos (2): Bernauer

Groß-Zimmern - Die Jungs schenken sich nichts. Rasant geht es über die glatte Fläche der Rad- und Rollsporthalle. Trainer und Schiedsrichter Markus Psczolla muss sich mitunter in Sicherheit bringen. Ab und zu knallt einer der Spieler gegen die Bande oder hart auf den Boden. Von Ulrike Bernauer

Alle stehen gleich wieder auf, sie sind gut geschützt durch Protektoren, die besonders die Torhüter wie gepanzerte Tiere aussehen lassen.

Es sind Osterferien und das bedeutet schon seit einigen Jahren, dass die Jugendförderung eine Woche Inline-Hockey anbietet. Morgens gibt es zunächst eine Stärkung durch ein nährstoffhaltiges und abwechslungsreiches Frühstück, das auch in diesem Jahr die Firma Tegut jeden Tag komplett für die jungen Sportler bereitstellt.

In diesen Ferien sind die Älteren an der Reihe und ihr Auftreten ist sehr spielbetont. Natürlich kommt auch das Trainieren von Techniken nicht zu kurz, aber viel wird im Spiel Mannschaft gegen Mannschaft geübt.

Psczolla muss nicht mehr viel erklären. Über Mannschaftsstrategien sprechen beispielsweise auch Josua Verum und Lukas Fornoff. Die beiden sind die Ältesten und auch schon am längsten dabei, sie haben sich fast zu Co-Trainern entwickelt.

Psczolla bedauert nur, dass die Erfahrensten sich wohl in Zukunft rar machen werden. Beide haben ihr Abitur praktisch schon in der Tasche und ob dann neben Studium oder Ausbildung noch Zeit bleibt für den Sport, ist fraglich.

Auch aus diesem Grund dürfen bei diesen Osterferien ein paar Jüngere schnuppern. Gedacht ist dieser Ferienspielkurs eigentlich erst für Jungen ab 13 Jahren. Kevin und Timo sind erst 12, aber sie spielen auch beim wöchentlichen Training öfter mal bei den Großen mit.

Woran es immer noch ein wenig mangelt beim Inline-Hockey in Zimmern sind ebenbürtige Gegner. Drei Freundschaftsspiele haben die Wildboars, den Namen hat sich die Mannschaft gegeben, gegen den Inline-Street-Hockeyclub Münster, bestritten. Einmal waren die Zimmerner siegreich, zweimal die Münsterer. „Und das obwohl wir beim letzten Spiel die eindeutig bessere Mannschaft waren, aber Glück gehör auch dazu“, sagt Psczolla.

In den letzten Jahren wurde in Hessen das Rollhockey mehr gefördert, also Hockey, das nicht auf Skateschuhen, sondern auf Rollschuhen gespielt wird. Das hat die Zahl der Mannschaften, die sich diesem schnellen und harten Sport widmen, noch mehr eingeschränkt als es sowieso schon der Fall ist. Es ist also schwierig, in der näheren Umgebung überhaupt andere Mannschaften zu finden, gegen die die Zimmerner sich mal erproben könnten. Wollten sie gar in einer Runde spielen, müssten sie zudem in den Rad- und Rollsportverein eintreten, was langfristig allerdings sowieso geplant ist.

In dieser Woche wird verstärkt die Defensive geübt. „Der Angriff klappt immer“, sagt Psczolla.

Aber auch die Regeln des Bully, das ist der Balleinwurf, werden wiederholt.

Beim Bully steht jeweils ein Spieler einem anderen der Gegenmannschaft gegenüber und versucht, sofort in den Ballbesitz zu kommen.

Wirft der Schiedsrichter den Ball ein, so muss der erst den Boden berühren, bevor sich die Kontrahenten darauf stürzen dürfen.

„Das muss ohne Rempelei abgehen“, sagt Psczolla. „Wer dann aber den Ball ergattert, der kann sofort in den Sturm auf das gegnerische Tor übergehen.“

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