Harte „Weichen für die Zukunft“

Groß-Zimmern (guf) - Ab 2013 sollen die Kommunen für 35 Prozent aller Kinder unter drei Jahren (U3) einen Kita-Platz garantieren. Wie das gelingen soll, ist ebenso wie in Groß-Zimmern in vielen Orten weiterhin fraglich. Der Ausbau der Kinderbetreuung geht nur schleppend voran.

Folglich ist dies seit Monaten zentrales Thema in den politischen Gremien. Zudem ist die Gemeinde gegen den allgemeinen Trend so kinderreich, dass nicht nur Raum für die Betreuung von U3 geschaffen werden muss, sondern auch für Kinder über drei Jahren (Ü3). Am Dienstag hat die Gemeindevertretung nun den Neubau einer Kindertageseinrichtung für vier U3- und zwei Ü3-Gruppen auf dem Festplatz beschlossen.

Für die SPD meldete der Fraktionsvorsitzende Dieter Hader: „Wir haben als erste die sechsgruppige Lösung auf dem Festplatz vorgeschlagen. Natürlich sind wir weiterhin für diese Lösung.“ CDU-Fraktionsvorsitzender Friedrich Faust betonte: „Mit dieser Entscheidung werden Weichen für die Zukunft der Gemeinde gestellt.“

Nicht ausreichend nach Standort-Alternativen gesucht 

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Marianne Streicher-Eickhoff kritisierte, dass nicht ausreichend nach Standort-Alternativen gesucht worden sei. Zudem sei man bei einer eventuellen Umnutzung später wesentlich Flexibler, wenn die Krippe in modularer Leichtbauweise errichtet würde. Sie forderte in einem Ergänzungsantrag, dass der Gemeindevorstand die Ausschüsse regelmäßig über den Fortgang der Arbeiten und der Planung unterrichten solle. Dem wurde zugestimmt und Ex-Bürgermeister Dieter Emig (SPD) fügte an: „Ein Beteiligungsprozess zu bestimmten , wichtigen Problemen ist leicht zu organisieren. Das habe ich beim Bau des Jugendzentrums selber erfahren.“

„Die teuerste aller denkbaren Lösungen“

FDP-Mann Kurt Werdecker (FFA-Fraktion) wiederholte entsetzt, dass seinem Antrag, den Betreuungsbedarf möglichst stark durch die Anwerbung von Tagesmüttern abzufangen, trotz des positiven Beschlusses der Gemeindevertretung vor fast einem Jahr nicht nachgekommen wurde. „Es ist eine der schwerwiegendsten Entscheidungen der letzten Jahre und dabei hat man sich jetzt auf die teuerste aller denkbaren Lösungen geeinigt.“ AUF-Gemeindevertreter Janek Gola (ebenfalls FFA) fand, dass der raumgreifende Neubau den Festplatz zu sehr zerstückele und damit die eigentlich vorgesehene Planung der Nutzung als Jugendplatz sehr eingeschränkt werde. Zudem gingen die Zuschüsse des Landes mit einer Nutzungsbindung über 25 Jahren einher, merkte er kritisch an.

Container-Lösung durchkalkuliert

Peter Urban (Freie Wähler, dritter FFA-Mann) hat eine Container-Lösung durchkalkuliert und kommt auf rund 1,4 Millionen Euro für sechs Gruppen. Dass die erarbeiteten Beschlussvorschläge zum Neubau nicht einstimmig befürwortet wurden, ärgert Bürgermeister Achim Grimm (CDU). In einigen Punkten stimmte die FFA-Fraktion dagegen, die Grünen enthielten sich. Mehrheitlich beschlossen wurde jedoch nicht nur der Bau auf dem Festplatz, sondern auch, dass die Gemeinde als Bauherr auftreten soll. Einstimmig befürworteten die Kommunalpolitiker, dass ein freier Träger als Betreiber der Kita gefunden werden sollte.

Bürgermeister Grimm erinnerte daran, dass Eile geboten ist. Die Architektenleistungen seien ausgeschrieben worden, eine Vorauswahl bereits getroffen. Acht planerische Angebote und sechs potenzielle Betreiber haben bis zur heute ablaufenden Frist ihr Interesse angekündigt. Diese Vorschläge können nun geprüft und Verhandlungen geführt werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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