Pfarrer Babu George wieder im Haus Barbara

Ein Hauch von Indien in Zimmern

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Nach der Vorführung eines Filmes blieb noch genügend Zeit, mit Pfarrer Babu George (weißes T-Shirt) ins persönliche Gespräch zu kommen.

Klein-Zimmern - Fasziniert zeigten sich die Besucher einer Veranstaltung des katholischen Frauenkreises in Klein-Zimmern. Die Damen hatten den indischen Pfarrer Babu George eingeladen, der am Montagabend im Haus Barbara über Indien berichtete.

Der katholische Pfarrer, der seine Gemeinden in Indien vorwärts bringen will, besucht schon seit 30 Jahren regelmäßig Südhessen, hier vor allen Dingen Schaafheim und seit zehn Jahren kommt er einmal jährlich auch nach Klein-Zimmern. George zeigte einen Film aus seiner Missionspfarrei im Ort Jalipudi. Als Domkapitular steht George 19 Missionsstationen vor mit einem Franziskanerinnen-Kloster mit vier Nonnen.

Knapp 9 000 Gläubige betreut der Pfarrer und er unterstützt auch besonders die Kinder. Vier Schulen gibt es im Gebiet der Pfarrei, jede wird im Durchschnitt von 95 Kindern besucht. Arme Jugendliche können auch in Abendschulen unterrichtet werden, 720 von ihnen werden von der Pfarrei unterstützt. „Der Analphabetismus, die Armut und Krankheiten sind die größten Probleme bei uns“, warb George beim Frauenkreis für Unterstützung für seine Arbeit. Die hatte er vor der Vorführung des Filmes in einem kurzen Referat vorgestellt.

Die Zuschauer zeigten sich beeindruckt von den bunten Gewändern der Frauen, die in ihren Saris immer so aussahen, als gingen sie gerade zu einem Fest. Es gebe allerdings in Indien bei den ärmeren Menschen keinen Unterschied zwischen Alltags- und Festtagskleidung, so der Pfarrer. Großes Erstaunen riefen bei den Zuschauern auch die Bilder von den Kirchen in der Diözese hervor, sie zeigten sich knallbunt, beispielsweise in Orange und Türkis und waren deutlich kleiner als die hiesigen Gotteshäuser.

„Was eine Armut“, war ein Kommentar schon während des Filmes, gefolgt von einem „was geht es uns so gut.“ „Ohne die Kirche würde es den Menschen wohl noch viel schlechter gehen“, mutmaßte Brigitte Wanko vom Frauenkreis. Rita Bayer hingegen verwies auf die kulturellen Leistungen der Inder, aber auch darauf, dass der Reichtum so schlecht verteilt sei. Gesellschaftskritisch wurde es, als die Damen dann feststellten, dass sich das auch nicht von Deutschland unterscheide, das Niveau der Armut sei allerdings in beiden Ländern sehr unterschiedlich.

George freute sich, einige Spenden mitnehmen zu können. Wer für die Arbeit von Pfarrer Babu George spenden will, kann das unter dem Kennwort Missionshilfe Babu George auf das Konto 600 242 96, IBAN DE32 5085 2651 0060 0242 96 bei der Sparkasse Dieburg tun.

Der Pfarrer warb auch für Spenden für seine Arbeit und berichtete, was er mit dem Geld angefangen habe, dass er als Spende im vergangenen Jahr mit in seine Heimat genommen habe. So seien beispielsweise zehn Nähmaschinen gekauft worden, jede habe etwa 90 Euro gekostet. zwölf Frauen würden nun im Nähen unterrichtet. Habe eine den Kurs erfolgreich abgeschlossen, kann sie eine neue Nähmaschine mit nach Hause nehmen und künftig damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Der Pfarrer zeigte neben dem Film, auf dem etwa die Frauen beim Nähen zu sehen waren, auch Fotos.

Außerdem wurde eine Sozialgenossenschaft gegründet, bei der die Menschen ermutigt wurden, eine Dorfverwaltung einzurichten. Ebenso werden Familien dabei unterstützt, sich eine Existenz aufzubauen. Auch beim Hausbau bekommen die Menschen Hilfe. Zehn Familien schlossen sich zusammen, um ein Haus zu errichten, sie bekämen Unterstützung durch die Kirche, aber auch von der Regierung, die 70 Prozent der Kosten. (bea)

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