Haushohe Flammen beim Osterfeuer

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So lässt es sich am besten genießen: Mit Würstchen in der ersten Reihe auf Papas Schultern.

Groß-Zimmern - „Im T-Shirt habe ich hier noch nie gestanden“, sagt die Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Groß-Zimmern (RFV) , Petra Krauß, rückblickend auf die bisherigen Osterfeuer. Von Michael Just

„Normalerweise stehen wir hier bei Regen im Schlamm und haben Probleme, unser Feuer überhaupt anzukriegen.“ So schien der RFV mit den fast schon sommerlichen Temperaturen am Ostersamstag einen besonders seltenen Glückstag erwischt zu haben.

Entsprechend konnte sich die Vereinsspitze auch über einen besonders guten Zuspruch am Außenplatz der Reitanlage freuen: „Es sind zahlreiche Kinder da und ich sehe auch viele Leute, die mit dem Verein gar nichts zu tun haben“,konstatierte Krauß. Das große Interesse hatte allerdings zur Folge, dass die angebotenen Würstchen bereits vor Einbruch der Dunkelheit ausverkauft waren.

Das Osterfeuer des RFV war auch in diesem Jahr wohl das größte im Landkreis.

Den lodernden Flammen, die gierig nach den Baumstämmen, Ästen und allerlei weiteren Gartenabfällen griffen, tat dies aber keinen Abbruch. Der Meter hohe, mit Hilfe eines Baggers aufgetürmte Scheiterhaufen, dürfte auch in diesem Jahr das größte Osterfeuer im Landkreis gewesen sein. Dessen Basis bildeten mehrere Pappeln, die der RFV umgemacht hatte, weil sie zu dürr waren, dazu kam noch reichlich weiterer Astschnitt. Auch zahlreiche Groß-Zimmerner hatten einen Beitrag zum Feuerholz geleistet und im Vorfeld Brennbares angefahren. Dass zum Teil noch grünes Blattwerk dabei war, wurde gleich nach dem Anzünden deutlich, als für kurze Zeit äußerst dunkle Rauchwolken aufstiegen und einige Bewohner im Zentrum der Gemeinde beim Blick an den Himmel gar einen Hausband am Ortsrand befürchteten. Als das Feuer dann richtig loderte und die Äste knackten, war allen Anwesenden ein besonderes Erlebnis gewiss.

Gleich mehrere Meter Abstand waren wegen der Hitze nötig, die das Feuer abstrahlte. „Ich hoffe, dass die Leute ein bisschen länger bleiben. Das Feuer wird erst so richtig schön, wenn es zusammen mit den Sternen des Nachthimmels leuchtet“,erklärte die Vorsitzende und ergänzte, dass das Stelldichein zum RVF-Osterfeuer normalerweise erst gegen Mitternacht endet.

Das Feuer zog am Samstag nicht nur Einheimische an: „Wir kommen aus Porta Westfalica“, sagte Andreas Holsmölle, der mit seiner Frau und den beiden Kindern Lina (6) und Konrad (4) Freunde in Groß-Zimmern besuchte. „Man muss seinen Gästen ja was bieten“, hob Gastgeber Tobias Malbrich heraus. Wie er ergänzt, sehe er das Osterfeuer der Reiter heute selbst zum ersten Mal.

Der Besuch aus Nordrhein-Westfalen zeigte sich sehr beeindruckt von den meterhohen Flammen: „Natürlich gibt es bei uns zuhause auch Osterfeuer. Die sind aber nicht so groß und brennen auch nicht so toll.“ Und noch einen Unterschied machte Holsmölle im Vergleich zwischen der 30 000 Einwohner zählenden Stadt Porta Westfalica und dem nur halb so großen Groß-Zimmern bei einem Spaziergang aus: „Die Gemeinde hier scheint äußerst kinderfreundlich zu sein. So viele Spielplätze gibt es bei uns nicht.“

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