Hobbyfotograf Mark Hamer stellt im September im Glöckelchen aus

Heimat - Gedanken in Bildern

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Mark Hamer vor einem von ihm aufgenommenen Relieffoto, entstanden in der Alten Ziegelei in Groß-Zimmern.

Klein-Zimmern - „Ich bin in einem technischen Beruf tätig und brauche daher etwas Kreatives, um meine Gedanken zu sammeln und mich entspannen zu können“, erzählt Mark Hamer. Mit 16 Jahren bekam Hamer seine erste Kamera geschenkt, seitdem gilt seine Leidenschaft der Fotografie. Von Verena Scholze

Der 41-jährige Brite kam vor rund 20 Jahren nach Deutschland. „Eigentlich wollte ich nur für einige Monate hier bleiben“,lächelt Hamer, „und heute bin ich immer noch hier“.Seit 1998 wohnt Hamer mit seiner „internationalen“ Familie in Klein-Zimmern. Seine Frau Andrea stammt aus dem Schwarzwald, seine Tochter wurde in Bayern geboren und zu der Familie zählen zwei Odenwälder Bauernhofkater, die sich in Klein-Zimmern sichtlich wohlfühlen.

„Ich habe schon viele Aspekte fotografiert“,blickt Hamer zurück. „Da ich gerne draußen bin, gehen die meisten meiner Fotografien jedoch in Richtung Natur und Landschaft“.So zieht Hamer mit seiner Kamera bewaffnet auf Geratewohl los. Wunderbare Motive sind ihm so bereits vor die Linse gekommen.

Die Ausstellung mit Hamers Bildern wird vom 18. bis 20. September im Glöckelchen zu sehen sein. Informationen zum   Projekt findet man unter http://www.gedanken-in-bildern.de .

Mit einem guten Auge fürs Motiv und viel Geduld für die richtige Lichtsituation zeugen seine Bilder von seiner Leidenschaft und gekonnter Umsetzung. „Wenn ich nach Hause komme und meine Bilder dann betrachte, ist es ein bisschen wie Weihnachten“,lächelt Hamer. „Ich kann mich über das Ergebnis freuen wie ein Kind“.Seit knapp drei Jahren ist Hamer Mitglied im Fotoclub Otzberg. Bei einer Fotoausstellung letztes Jahr auf der Veste Otzberg kam der Kontakt zum Zimmerner Kulturverein Glöckelchen zustande. Die Idee einer eigenen Ausstellung wurde geboren.

„Wir saßen mit der Familie zusammen und haben uns ein Thema für diese Ausstellung überlegt“,sagt Hamer. „Ich wollte nicht nur meine Bilder ausstellen, sondern das Thema sollte das Interesse der Leute wecken.“ Ausschlaggebend war letztendlich eine Krankheit seiner Frau Andrea. „Ich fühlte mich durch meine Krankheit verloren und heimatlos“,blickt sie zurück.

So stellte man sich die Frage, was ist eigentlich Heimat? Welche Bedeutung hat sie für jeden einzelnen, was verbindet man mit Heimat? Die Idee für die Ausstellung war geboren: Heimat, Gedanken in Bildern.

Das Grundgerüst für die Ausstellung war schnell gebaut. Nun macht sich Hamer an die Umsetzung seiner Idee. „Ich streife in meiner Freizeit durch Klein- und Groß-Zimmern und befrage die Mitbürger wahllos auf der Straße, welches Bild in ihren Gedanken entsteht, wenn sie an Heimat denken“.

Die Antworten der Leute sind vielfältig und oftmals überraschend. Eine Herausforderung für den Fotografen, diese Gedanken in Bildern umzusetzen. „Ich möchte mit meiner fotografischen Umsetzung den Bogen zu den Menschen und deren Gedanken spannen“, erklärt Hamer. „Es ist wie eine Reise bei der man noch nicht weiß, wo es hingeht“,lächelt er.

Für den Fotografen sind die Aussagen der Mitbürger eine Verknüpfung mit einem Gefühl. „Jeder hat eine andere Sichtweise und es ist spannend und eine Herausforderung, dieses in Bildern darzustellen“, erklärt Hamer. Einige Bilder hat er bereits geschaffen. „Das ist eine Sonntag-Morgen-Aufgabe, dann habe ich die Muse, meine Ideen umzusetzen.“

„Die bisher schwierigste Aufgabe hat mir eine Mitbürgerin gestellt, die auf meine Frage nach ihren Vorstellungen zur Heimat antwortete: ,dazu kann ich nichts sagen, da fällt mir nichts ein'. „Wie setze ich eine solche Aussage bildlich um?“,sinniert Hamer.

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