Hessischer Staatssekretär und CDU-Generalsekretär besichtigen die ASS

Sehen, wo der Schuh drückt

+
Wie sind die Zellen der Mundschleimhaut aufgebaut? Dr. Manuel Lösel wagte einen Blick durchs Mikroskop von Siebtklässler Roman Do. Mit im Bild (von links): Ralph von Kymmel, Helmut Buch, Manfred Pentz).

Groß-Zimmern - Der Mann am Piano ist weder Lehrer noch talentierter Musikschüler. Beim Besuch der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) greift Dr. Manuel Lösel spontan in die Tasten. Von Ursula Friedrich 

Angereist aus dem hessischen Kultusministerium platzte der Staatssekretär in die Bandprobe - und spielte mit. Da swingten auch Hessens CDU-Generalsekretär Manfred Pentz, Schulamtsleiter Ralph von Kymmel und Schulleiter Helmut Buch munter mit - die jungen Musiker glänzten ganz professionell und ließen sich in ihrer personell ergänzten Session nicht beirren.

Nicht immer geht ein offizieller Besuch so entspannt über die Bühne. Buch und Kollegen präsentierten Inhalte, Schwerpunkte und Infrastruktur der frisch sanierten und umgebauten Gesamtschule, unter deren Dach rund 800 Jugendliche in drei Schulzweigen unterrichtet werden. „Wir sind eine Gesamtschule in einem kritischen Einzugsgebiet“, sagte Buch der Delegation. Der frühere Trend, dass viele Eltern nach der Grundschulzeit ihrer Kinder ein Darmstädter Gymnasium ins Visier nahmen, sei gestoppt. Dies sei nicht nur den intensiven Bemühungen um ein gutes Schulklima und Gewaltprävention zu verdanken, sondern auch der frühen und konsequenten Rückführung zum neunjährigen Gymnasialzweig (G9), gleich nachdem das Hessische Kultusministerium den Weg in dieser Richtung zunächst für Gesamtschulen wieder öffnete.

Motiviertes Kollegium

Der Schulleiter lobte sein motiviertes Kollegium erfahrener und junger Kräfte. Signifikant für das gute Miteinander war auch, dass neben Lehrern in leitender Funktion auch Schulsprecher Luca Steinbeck in der Runde Platz nahm. „Die Zusammenarbeit mit der Schulleitung ist richtig gut“, sagte Luca, vom Staatssekretär vertrauensvoll um eine persönliche Einschätzung gebeten. „Wenn man ein Anliegen hat, braucht man nicht extra einen Termin.“ Dass Lösel und von Kymmel überhaupt auf Schultournee gingen (es folgte ein Besuch der Landrat-Gruber-Schule in Dieburg) geht auf das Konto des Landtagsabgeordneten Pentz.

Der Zimmerner Christdemokrat drückte hier früher selbst die Schulbank und ist bekennender „Wegbegleiter der Schweitzer-Schule“. In diesem Ringen liege es auf der Hand, mit dem zuständigen Ressortminister guten Kontakt zu pflegen und „den guten Weg der Schule unmittelbar zu begleiten“, so Pentz. Lösel ging zuletzt mit positivem Eindruck. „Sie machen hier tolle Sachen“, kommentierte er nach dem Rundgang durch die Zukunftswerkstatt, die neuen naturwissenschaftlichen Fachräume, Schulmensa, ja sogar den Raum der Nachmittagsbetreuung, in dem ihn das Schulmaskottchen Chamäleon Albert mit gewohnt grimmiger Miene beäugte. Unbeirrt von dieser Grimasse ging Lösel zu den Schülern, beguckte sich eine Mundschleimhautzelle unter dem Mikroskop und drückte der völlig perplexen Chemielehrerin Sabine Bühler die Hand zum Geburtstag.

Gesunde Schule

Etliche Zertifikate dokumentieren die gute Arbeit des Schulkollegiums, von der Auszeichnung zur berufsfördernden Schule bis zur Zertifizierung als gesunde Schule. Dennoch gibt es in der bunten Schulgemeinschaft Licht und Schatten. Auch von Verwahrlosung Jugendlicher, Gewalt untereinander oder desinteressierten Eltern war die Rede. Mit halber Stelle hatte eine Sozialpädagogin Probleme abgefedert, außerdem ist die Gemeinde in Person des Jugendpflegers Tom Hicking stundenweise aktiv.

„Leider kündigte die Sozialpädagogin im Oktober und die Stelle wurde vom Schulträger nicht mehr neu ausgeschrieben“, beklagte Buch. Ein Umstand, den man nun sicher hinterfragen wird. Lösel lobte hier den Einsatz des CDU-Kollegen: „Mein Dank gilt Manfred Pentz. Der Schulneubau wäre ohne den Druck auf den Schulträger nicht so gelungen.“

Kommentare