Umweltministerium zeichnet Gemeinde für Abfall-Kampagne aus

Groß-Zimmern glänzt mit Preis

Groß-Zimmern - „Zimmern glänzt“ schon seit fünf Jahren. Heute wird die Gemeinde für ihre Sauberkeitskampagne vom Umweltministerium ausgezeichnet. Die ehrenamtliche Koordinatorin Astrid Geiß nimmt den Preis in Frankfurt entgegen. Von Sabine Müller 

„Mit ‘Zimmern glänzt’ gehören wir zu den Preisträgern der Aktion ‘15 Jahre Sauberhaftes Hessen’“, freut sich Astrid Geiß. Ein guter Grund zu feiern, denn morgen ist auch fünfter Geburtstag der Zimmerner Initiative. Die Erzieherin, die für die CDU in der Stadtverordnetenversammlung sitzt, ist deren ehrenamtliche Koordinatorin. „Das Thema war mir schon immer eine Herzensangelegenheit“, sagt sie. Für die aus der Sozialen Stadt entstandene Kampagne „Zimmern glänzt“ ist sie seit März 2014 auch im Rathaus erreichbar. Am 29. September 2012 startete die Aktion offiziell mit der kreisweiten Müllsammlung. „Unser Logo (Foto) entwarfen zwei Schülerinnen der damaligen fünften Klasse der Albert-Schweitzer-Schule“, berichtet Geiß. Von Anfang an wurde dafür geworben, dass möglichst viele Bürger eingebunden werden; so lautet das offizielle Motto auch „Zimmern glänzt, wenn alle mithelfen“.

Astrid Geiß, die in vielen Kitas, Schulen und im Jugendzentrum unterwegs ist, war es zudem ein besonderes Anliegen, dass Kinder und Jugendliche angesprochen werden. Umweltpädagogik wird über viele Projekte, Literatur und Theater vermittelt. „Die Präventionsarbeit bleibt hängen“, hat sie erfahren. Das Thema Müll beziehungsweise seine Trennung – besser noch: Vermeidung – sei für viele mittlerweile selbstverständlich. „Die Kinder wollen, dass es in Zimmern sauber ist.“ Dies ist auch „Mülli“ zu verdanken: Die kleine, blaue Plüschfigur hat Astrid Geiß immer dabei, „sie ist der Star der Kinder, auch weil sie ein bisschen frech ist“.

Effektiv Müll vermeiden: So geht's

Lauter trommeln muss Aktivistin Geiß, um die Großen für Umweltschutz zu sensibilisieren: Unter der Säule „Bürger“ kann sie dennoch viele Ideen und Projekte subsummieren, sei’s die Beetpatenschaften, der Foto-Wettbewerb mit dem LA „Glänzende Bilder von Zimmern“ oder die Initiierung von Hundekot-Sammelbehältern. „Natürlich kann ich verstehen, dass viele keine Lust haben, am Samstagvormittag im Ort Müll zu sammeln, den sie nicht verursacht haben“, sagt Geiß. „Auf meine Klein-Zimmerner kann ich mich dabei aber immer verlassen.“ Besonders erfolgreich sei die Umweltaktion „Sammeldrache“: Leere Druckerkartuschen und ausrangierte Handys werden im Rathaus, in der Schule im Angelgarten, im Jugendzentrum sowie im Seniorenwohnheim Gersprenz entgegengenommen. Als Prämie gibt’s neues Lesefutter für die kleinen Zimmerner. Auch auf die dritte Säule „Verwaltung und Politik“ kann sich Geiß nach eigener Aussage stützen: Die Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt funktioniere gut, vom Bürgermeister erhalte sie viel Freiraum. Das ist ihr wichtig: „Wenn man unserer Arbeit nicht so viel Vertrauen entgegenbringen würde und nicht so viele mitmachen würden, wäre das alles gar nicht möglich.“

Im Stadthaus in Frankfurt nimmt Astrid Geiß in Begleitung des Ersten Beigeordneten Friedrich Faust und des Klein-Zimmerner Ortvorsteher Markus Geßner heute Abend die Auszeichnung des Umweltministeriums persönlich entgegen. Neben Langen und Guxhagen gehört Groß-Zimmern zu jenen Kommunen, die über alle Aktionstage in 2017 hinweg die meisten Teilnehmer im Verhältnis zu ihrer Einwohnerzahl gewannen. „Gibt’s einen Geldpreis, bekommt den natürlich die Gemeinde für weitere Abfall-Aktionen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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