Hilfe mit Aktionsprogramm II.

Groß-Zimmern - Vor gut vier Jahren begann das erste Aktionsprogramm der Mehrgenerationenhäuser (MGH). Auf Bundesebene hat sich ein Kompetenznetzwerk aus 30 Häusern gebildet, die Impulse in die jeweilige Region geben. Von Gudrun Fritsch

Das MGH im Groß-Zimmerner Otzbergring ist dabei ein Ideengeber, insbesondere für den ländlichen Raum. „Wir orientieren uns an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort und suchen neue Wege in der Begegnung“, erläutert Angelika Seidler, eine der drei hauptamtlichen Teilzeitkräfte, die gemeinsam mit weiteren zehn Ehrenamtlichen die Arbeit als treibende Kraft voran bringt.

Die Groß-Zimmerner Einrichtung hat einen sehr guten Ruf, auch weil sie als erste ein Demenz-Service-Zentrum angedockt hat oder Projekte durchführt wie die Wanderausstellung zum Thema Demenz, die aktuell in Kassel zu sehen ist.

Im Aktionsprogramm II. hat der Bund nun die weitere Finanzierung mit 30.000 Euro für 2012 festgelegt (wir haben berichtet). Während andernorts die Bundesländer mit im Boot sind, hat in Groß-Zimmern der Landkreis die anteilige Förderung von 10.000 Euro übernommen.

Gemeinde unterstützt Arbeit des MGH

„Das Haus ist eher ideell zu verstehen. Wir nutzen zwar hier in Zimmern die Räumlichkeiten, aber unsere Arbeit weitet sich auf alle Kreis-Kommunen aus“, erläutert Edda Haack, die Vorsitzende des Diakonischen Werkes Darmstadt-Dieburg (Träger).

Der Gemeinde sei man sehr dankbar, denn auch sie unterstützt in vielerlei Hinsicht die Arbeit des MGH.

Die Schwerpunkte liegen nun in den Bereichen Alter und Pflege, Integration und Bildung, haushaltsnahe Dienstleistungen sowie freiwilliges Engagement.

Für die Engagierten Helfer in Zimmern ist das keine Neuheit, denn hier arbeitet man seit einem Jahr mit Bausteinen nach dem Konzept „Wohnquartier vier“ (WQ4). Auch in Groß-Umstadt oder Weiterstadt werden Orte der Begegnung oder Wohnprojekte angeboten, Senioren und Mobilität sind ebenso Thema wie Demenzfreundlichkeit.

„Auskommen mit dem Einkommen“ geübt

Zu „Gesundheit, Service und Pflege“ wurden Angehörigen-Selbsthilfegruppen gebildet, haushaltsnahe Dienste werden angeboten, das „Auskommen mit dem Einkommen“ wird geübt, in Kooperation mit der Kreisagentur für Beschäftigung wurden das „Impulscafé 50plus“ gegründet und Qualifizierungsangebote ins Leben gerufen.

Besonders wichtig ist die „Partizipation und Netzwerkarbeit“. Hier kommen Vereine, Arbeitsgruppen sowie Institutionen zusammen und entwickeln Konzepte zu Themen wie Armut, Pflege oder Migration.

Auch für Bildung, Kunst und Kultur setzt man sich etwa bei Lesungen, mit dem Seniorenkino, im Kinderhotel oder beim Klatschcafé ein.

Eine Mischung , die sowohl mit Betroffenen als auch mit Fachkräften hilft, schwierige Bereiche im Zusammenleben zu verbessern, die in früheren Zeiten von der Großfamilie abgedeckt wurden.

In Groß-Zimmern ist das MGH für seine gute Arbeit bekannt. „Jetzt wollen wir im ganzen Ostkreis noch intensiver auftreten“, betont Haack.

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