Geschenkpakete gehen an Bedürftige in Kasachstan oder Moldawien.

Hilfsbereitschaft trotz Finanzkrise

109 Päckchen kamen bei der Päckchen-Aktion der evangelischen Gemeinde zusammen. Sie gehen in den nächsten Tagen in Länder der ehemaligen Sowjetunion.

Groß-Zimmern (mj) ‐ 109 Pakete ist das stolze Ergebnis, das in diesem Jahr die Weihnachtspäckchen-Aktion der evangelischen Gemeinde brachte. Hinzu kamen noch Barspenden in Höhe von rund 710 Euro. Die Weihnachtspäckchen-Aktion ist eine Initiative der Bibel-Mission in Niedernberg (bei Obernburg), die jedes Jahr Gemeinden in der Region zum Mitmachen aufruft. Jeder kann ein Paket, meist ein Schuhkarton, mit Lebensmittel oder anderen Geschenken befüllen.

Diese Woche wurden die Spenden von Helfern der Bibel-Mission in Groß-Zimmern abgeholt. „Die letzten Tage kam nochmal eine Flut von Päckchen“, sagt Dieter Frank, der in Zimmern die Aktion betreut. Er ist stolz, dass man trotz der Wirtschaftskrise so viele Menschen in der Gersprenzgemeinde zum Helfen animieren konnte. „Vor sechs Jahren, als wir angefangen haben, waren es gerademal 20 Pakete“, erzählt Frank.

Mittlerweile gebe es einen festen Kreis von Leuten die die Sache unterstützen. „Die fragen sogar schon nach, wann es wieder los geht“, so Frank. Erfahrungsgemäß kämen die nächsten Tage noch 15 bis 20 Gaben von Spendern nach, die den Abgabeschluss verpasst haben. „Die fahre ich dann selbst nach Niedernberg. Das war im letzten Jahr genauso.“

Die Päckchen werden kurz vor Weihnachten in Länder der ehemaligen Sowjetunion gebracht, wo die Bibel-Mission wirkt. Die Geschenke aus Groß-Zimmern gehen vermutlich nach Kasachstan oder Moldawien.

„Letztes Jahr kamen insgesamt 8 000 Pakete zusammen“, erzählt Dennis Hildebrandt (23), der mit Jakob Neugebauer (21) zu den Freiwilligen der Ortskirche Niedernberg zählt, die beim Einsammeln helfen. Hildebrandt war schon dreimal dabei, als die Päckchen unter anderem in Kinderheime in die Ukraine gefahren wurden. „Da gibt eine Geschichte nach der anderen“, deutet er an, dass er stundenlang über seine Erfahrungen berichten könnte.

„Wir haben in Deutschland alles. Aber die Kinder dort freuen sich schon wenn sie eine Dose Zitronentee mit dem löslichen Granulat bekommen“, berichtet der 23-Jährige. Nicht anders sei es bei Schokolade. Was ihm auffiel ist, dass es noch nie Streit bei den Kindern über die Inhalte der Päckchen gab. Wie der Inneneinrichter heraushebt sei die Idee nicht nur eine materielle Hilfe zu leisten: „Es geht auch um Liebe und den Menschen zu zeigen, dass jemand an sie denkt.“

Laut Neugebauer gibt es mittlerweile sogar eine Warteliste für Menschen, die mit in den Osten fahren und beim Verteilen helfen wollen. Das würden sich viele wünschen. Der junge Konstruktionsmechaniker kann das verstehen: „Es ist eben einfach ein riesen Erlebnis wenn du dabei bist, wenn da ein Kind in einem Heim das Päckchen aufmacht, das du gepackt hast.“

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