Hirschkopf oder Wohnungsrückbau?

Das alte Schulhaus (vorne) wäre ideal, sollte die Friedensschule Ganztageseinrichtung werden. Auch ein Neubau an Stelle des Hirschkopfhauses (im Hintergrund) wäre möglich. Foto: Fritsch

Groß-Zimmern - (guf) Schule ist nicht gleich Schule. Die Bildungseinrichtungen müssen mit der Zeit gehen. Das bedeutet auch, dass sich Inhalte und Strukturen verändern.

An der Friedensschule wird über verschiedene Neuerungen nachgedacht. „Irgendwann in nächster Zeit wird wohl die Ganztagsschule kommen“, berichtet Leiter Axel Pucknat. Allerdings wird im Kollegium auch über die Einführung des „Flexiblen Schulanfangs“ diskutiert.

Der hat das Ziel, alle Schüler gleichermaßen in jahrgangsübergreifendem Unterricht individuell zu fördern. Alle Kinder werden eingeschult, es gäbe keine Vorklassen mehr. Für die ersten drei Jahrgänge haben die Schüler ihrer Begabung angepasst entsprechend Zeit.

Egal welches Konzept folgt, wichtig ist in jedem Fall, dass die größte Grundschule im Ort mehr Raum benötigt. Im Vorfeld der Bearbeitung der Prioritätenliste zur Umsetzung des Sonderinvestitionsprogramms des Landes (SIP) und des Kommunalen Investitionsprogramms des Bundes (KIP) besichtigten Architekten des Kreises die Gebäude.

„Seitdem habe ich nichts mehr vom Schulträger gehört“, so Pucknat. Dass beschlossen wurde, aus Mitteln der Lernumfeld-Verbesserung (SIP) für Bauunterhaltungsmaßnahmen (kreisweit 3,35 Millionen Euro) den Eingang mit einem Aufzug behindertengerecht auszubauen und die alte Turnhalle zu sanieren, habe er aus der Presse erfahren.

Großes Interesse an der Schule zeigen die Kommunalpolitiker. Eine Erweiterung ist eigentlich nur durch Nutzung des ehemaligen Schulgebäudes in der Wilhelm-Leuschner-Straße oder des Geländes am „Hirschkopfhaus“ möglich.

Über letzteres kann noch bis Jahresende mit dem Kreis verhandelt werden, da zwar nicht der Abriss der alten Hofreite, wohl aber der Bau des geplanten Parkplatzes mit Entscheid des Gemeindeparlamentes bis dahin aufgeschoben wurde (der LA berichtete).

Noch habe sich der Gemeindevorstand mit diesem Vorschlag nicht beim Schulträger gemeldet, aber „das Gelände wäre gewiss auch gut geeignet“, teilte Kreispressesprecher Peter Tränklein mit. In diesem Falle müsste der Kreis ein entsprechend großes Grundstück von der Gemeinde ankaufen und dort ein Gebäude errichten. Der Parkplatz fiele dann um einiges kleiner aus. Das Problem für den Gemeindevorstand ist dabei, dass hierfür Ersatz gefunden werden müsste, da für dieses Projekt Mittel der Ortskernsanierung in Anspruch genommen wurden.

Schwierig sieht es auch bei einer möglichen Übernahme des alten Gebäudes der Friedensschule aus. Das wurde vor geraumer Zeit von der Gemeinde übernommen und die ehemaligen Unterrichtsräume wurden zu acht Sozialwohnungen umgebaut. „Ich bin seit 1988 an der Friedensschule. Da war das alte Gebäude bereits im Besitz der Gemeinde“, so Pucknat. Die müsste nicht nur für die Familien neue Unterkünfte bereitstellen, sondern auch die bis 2042 geltende Sozialbindung ablösen. Diese auf andere Gemeindewohnungen zu übertragen, dürfte beim derzeitigen Stand nicht leicht werden.

„Der Kreis hat in der Tat großes Interesse an diesem Gebäude“, bestätigte Tränklein. Die Vorstellung sei, dort die Ganztagsbetreuung unterzubringen.

Schuldezernent Christel Fleischmann bezeichnete es in Übereinstimmung mit Pucknat sogar als „eine ideale Lösung“. Allerdings müsste auch hier zunächst über den Preis geredet werden. Der sollte moderat sein, da diverse Umbauten notwendig wären, wenn das Gebäude wieder für schulische Zwecke oder die Betreuung durch den Schülerladen „Pfiffikus“ genutzt werden soll.

Wie Bürgermeister Achim Grimm mitteilte, hat der Gemeindevorstand als Alternativvorschlag den Kreis gebeten, die Nutzung des freiliegenden Grundstückes am Feuerwehrhaus zwischen Angelgartenstraße und -schule zu prüfen.

„Darin sehen wir keine Lösung“, erklärte Pucknat wiederum in Übereinstimmung mit dem Schuldezernenten.

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