Hochkarätige Meisterspiele

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Bei den hessischen Schnellschachmeisterschaften wetteiferten 58 Teilnehmer um den Titel.

Groß-Zimmern - Auf leisen Sohlen mussten die Besucher im Glöckelchen unterwegs sein, um als Zaungast das Spiel der Favoriten mit zu erleben. Am vergangenen Wochenende wurden beim Schachclub Groß-Zimmern die 23. internationalen hessischen Schnellschachmeisterschaften ausgetragen. Von Ursula Friedrich

Ein kleines, jedoch hochkarätiges Teilnehmerfeld spielte sehr konzentriert insgesamt elf Partien nach Schweizer System – jedem Spieler bleiben bei dieser rasanten Form des Spiels der Könige nur 30 Sekunden zum Zug. Acht Titelträger, internationale Meister (IM) und Fizemeister, waren zum Landeswettkampf nach Zimmern gereist, der erstmals vom „Schachclub 1921“ ausgerichtet wurde.

Erwartungsgemäß ging der Sieg an einen Favoriten, Fizemeister (FM) Christoph Pfrommer von den Karlsruher Schachfreunden. Platz zwei errang IM Hagen Poetsch vom Wiesbadener SV, gefolgt von FM Igor Zuyev.

Doch auch ein Spieler des gastgebenden Vereins sicherte sich einen tollen Erfolg. In der Ratingwertung des zweitstärksten Teilnehmerfelds landete Steffen Hess auf dem zweiten Platz. In der Gesamtwertung belegte er den 14. Platz – ein schöner Erfolg angesichts der „meisterlichen Konkurrenz“.

„Für uns ist diese Veranstaltung nur ein Warm-up“, sagte Thomas Beutel, Vorsitzender des Zimmerner Schachclubs. Denn: Zu den Bezirksmeisterschaften vom 29. September bis 3. Oktober, die ebenfalls vom Verein ausgerichtet werden, erwartet der Verein ein deutlich größeres Teilnehmerfeld.

Denksport verbindet alle Generationen

Grund für die Ausrichtung der zwei Sportveranstaltungen ist der 90. Geburtstag des Schachclubs in diesem Jahr. Die Historie der Schachfreunde ist von tragischen und turbulenten Ereignissen gekennzeichnet.

Überwiegend jüdische Mitbürger spielten im 1921 gegründeten Verein das beliebte Brettspiel. 1933 wurde der Schachclub durch die Nationalsozialisten verboten.

Am 16. Mai 1937 wurde er im Zimmerner Gasthaus Rheingold unter Vorsitz von Schreinermeister Wilhelm Stumpf zwar neu gegründet, doch die meisten Spieler mussten dann als Soldaten in den Krieg ziehen. Am 13. August 1946 kam es schließlich zur erfolgreichen Wiedergründung des Schachclubs. Fotografenmeister Eduward Krenn stand dem Verein vor, Stumpf wurde sein Stellvertreter. Heute werden die Geschicke des Schachclubs von Beutel geleitet.

Aktuell spielen drei Mannschaften in der Verbandsrunde. Das erste Team behauptet sich seit Jahren erfolgreich in der Bezirksoberliga. Rund 30 Aktive zwischen zehn und 60 Jahren zählt der Verein.

Der königliche Denksport verbindet Menschen jeden Alters. Beutel: „Schach ist die einzige Sportart, bei der sich Männer und Frauen sowie alle Generationanen messen können.“

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