Senioren-Union wählt nach zahlreichen Austritt neuen Vorstand/Appell von Heinz Bach und Christof Glaser

„Hoffnung, dass einige wiederkommen“

Der neue Vorstand der Groß-Zimmerner Ortsvereinigung der Senioren Union (v. l.): Reinhold Ritter, Marion Thuermer, Albert Henrich, Elfriede Burger und Christa Roth. - Foto: p.

Groß-Zimmern - Eigentlich könnte bei der CDU im Gemeindeverband Groß-Zimmern derzeit eitel Sonnenschein herrschen: Die Fraktion der Christdemokraten ist im örtlichen Parlament die größte, die Konservativen stellen mit Achim Grimm den Bürgermeister - über Jahrzehnte alles andere als selbstverständlich. Von Jens Dörr

Doch genau jene, die in all diesen Jahrzehnten meist ehrenamtlich für die CDU gearbeitet haben - politisch an der Front oder als Helfer und Förderer im Hintergrund - sorgen derzeit für einen bewölkten Himmel. Der Streit innerhalb der Senioren-Union (SU), bisher die größte Ortsvereinigung im Landkreis Darmstadt-Dieburg, ist inzwischen (wie am Samstag berichtet) in den Austritt von mehr als 40 Mitgliedern und die Neugründung der „Senioren der CDU Groß-Zimmern“ unter Vorsitz von Willi Steinbeck gemündet. .

Mittlerweile alles andere als ein Parteifreund Steinbecks, sondern mit ihm sogar juristisch im Streit liegend, ist Albert Henrich. Der Zimmerner ist Kreisvorsitzender der SU und (wie berichtet und von Henrich in einem Leserbrief verdeutlicht) in der Sache teils anderer Meinung.

Kern des entbrannten Streits war der Wunsch der Zimmerner Ortsvereinigung der Senioren-Union, eine eigene Kasse zu führen. Das sollte insbesondere für mehr Transparenz in Groß-Zimmern sorgen. Dort bemängelten viele Mitglieder der SU, von den gezahlten Beiträgen nichts in ihre Gemeinde zurückfließen zu sehen. Ein Unterkonto als Konsensvorschlag wurde abgelehnt.

Nichtsdestotrotz macht auch die nun nur noch rund 70 Mitglieder zählende Zimmerner Ortsvereinigung der SU weiter - und ist damit auch immer noch größer als die „Senioren der CDU Groß-Zimmern“, die mit rund 40 Mitgliedern gestartet ist.

22 stimmberechtigte Mitglieder der SU wählten am Freitagnachmittag im Nebenraum der Mehrzweckhalle ihren neuen Vorstand.

Unter der Versammlungsleitung von Siegfried Sudra, Vorstandsmitglied des CDU-Kreisverbands, votierten die Mitglieder für die Kandidaten jeweils einstimmig.

Erste Vorsitzende der Senioren Union Groß-Zimmern ist nun Marion Thürmer. Als Stellvertreterin fungiert Elfriede Burger, Beisitzer sind Christa Roth, Reinhold Ritter und Albert Henrich.

Er werde auch nach den unerfreulichen Vorfällen der vergangenen Monate sein Amt als Kreisvorsitzender fortführen, teilte Henrich am Rande der Versammlung mit. Zudem sagte er: „Ich habe Hoffnung, dass einige der Ausgetretenen wiederkommen.“ Insbesondere die Diskussion darüber, wie die älteren Christdemokraten in der Gemeinde wieder zueinander finden könnten, nahm großen Raum ein. Eindringliche Appelle an die Versammelten richteten mit Christof Glaser (Vorsitzender), Heinrich „Heinz“ Bach (Ex-Vorsitzender und aktueller Beisitzer) sowie Jürgen Kreisel (Zweiter Vorsitzender) gleich drei Vorstandsmitglieder des Gemeindeverbands Groß- und Klein-Zimmern.

Besonders eindringlich bat Bach um ein Zusammenraufen: Sein Wunsch, man möge sich doch auch im Sinne früherer Kümmerer wieder „komplett vertragen“, wurde einerseits mit stillem Nicken, aber auch mit spürbarer Skepsis beantwortet.

Kreisel fragte rhetorisch: „Wo sind wir nur gelandet? Ihr kennt euch teils seit 50, 60 Jahren - und jetzt bekriegt ihr euch?“ Das sei „Kinderkram“. Glaser hob die schwierige Lage des im Ort „zwischen den Stühlen sitzenden CDU-Vorstands“ hervor, machte aber auch deutlich: „Wir lassen uns nicht nachsagen, dass wir auf der einen oder anderen Seite stehen. So werden wir auch die Mitglieder des neuen Vereins zu unseren Vorstandssitzungen einladen.“

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