Abschied bedingt durch eine unheilbare Nervenkrankheit

Horst Neumann hält dem OWK die Treue

+
Nach 19 Jahren OWK-Vorsitz ist Horst Neumann jetzt Ehrenvorsitzender.

Groß-Zimmern (mj) ‐ „Oh, das ist kompliziert“, meint Horst Neumann lachend auf die Frage, ob er ein echter Groß-Zimmerner ist. „Eigentlich bin ich ein Fossil“ schickt er hinterher und gibt damit ein Rätsel auf, was er sogleich auflöst. Denn geboren wurde der heute 70-Jährige in der kleinen Siedlung „Grube Messel“, die vor der Gebietsreform als Ausläufer eines langgezogenen Waldgebietes zu Klein-Zimmern gehörte. „Da Klein-Zimmern danach Gemeindeteil von Groß-Zimmern wurde bin ich folglich ein Groß-Zimmerner, auch wenn im Pass heute als Geburtsort Messel steht“, resümiert der Wanderfreund mit einem Augenzwinkern.

Diese These gilt umso mehr, da er bereits in jungen Jahren nach Klein- und wenig später nach Groß-Zimmern umzog.

Der Eintritt in den OWK ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten, so dass die Wanderlust schon früh zu reifen begann und Neumann heute auf 54 Jahre OWK-Mitgliedschaft blickt. Drei Jahre engagierte er sich zunächst als Jugendleiter, bevor er in den Folgejahren Verantwortung im Vorstand übernahm.

Vor allem sein Beruf als Vermessungsingenieur mit dem angegliederten Büro in Zimmern, dem er als Inhaber mit 50 Mitarbeitern vorstand, verlangte einen Ausgleich zum stressigen Alltag.

Den fand der Akademiker, der damals regelmäßig nationale und internationale Vorträge hielt, stets beim OWK und dessen Angeboten, die er zum Teil mit kreierte.

Gut erinnert er sich an die von ihm angeführte Durchquerung Deutschlands von Nord nach Süd. In zwölf Jahren ging es in zwölf Etappen von der dänischen bis zur Schweizer Grenze.

Den arbeitsreichen und zeitintensiven Vorsitz beim OWK, der in den letzten Jahren mit wachsender Bürokratie in punkto Finanzen oder dem Schriftverkehr mit dem Dachverband verbunden war, hat er niemals als Belastung empfunden.

Der nun vollzogene Abschied ist durch eine seltene, unheilbare Nervenkrankheit bedingt. Neumann hat sich lange mit der Abgabe des Vorsitzes beschäftigt. Wie er sagt, höre er nicht mit Wehmut auf, primär sehe er die sachliche Notwendigkeit durch die gesundheitlichen Umstände. „Wenn ich jetzt das Amt abgebe, kann ich meinen Nachfolger beim Übergang noch unterstützen“, sagt der 70-Jährige pragmatisch.

Mehr als der Rücktritt vom Vorsitz schmerzt ihn die Tatsache, durch seine Krankheit nicht mehr wandern zu können. Derzeit schafft er nur noch wenige Kilometer und das auch nur ohne Rucksack und mit der Hilfe von zwei Stöcken.

Dem OWK bleibt also der Trost, dass der allseits beliebte Vorsitzende sich nicht vollends zurückzieht: „Ich werde versuchen, an möglichst vielen Veranstaltungen teilzunehmen, und bleibe dem OWK verbunden so lange es nur irgend geht“, kündigt Neumann an.

Kommentare