Umweltbeauftragter Markus Römermann hofft auf Vernunft

Hunde an die Leine und Dreck in den Beutel

Markus Römermann fordert auf: Hunde an die Leine und Kot beseitigen. Foto: Friedrich

Groß-Zimmern -  „Bleiben sie mit ihrem angeleinten Hund auf den Wegen und vermeiden Sie, dass Hundekot in die Wiesen gelangt!“ Hinweisschilder mit diesem Text befinden sich seit kurzem rund um Groß- und Klein-Zimmern entlang der Auenwiesen. Von Ursula Friedrich

Wo Gersprenz und Erbsenbach fließen und die umliegenden Wiesen nur noch nach streng ökologischen Auflagen bewirtschaftet werden dürfen, erwacht in diesen Wochen die Natur.

Bodenbrüter sind mit der Sorge um den künftigen Nachwuchs beschäftigt, Reh- und Niederwild ruht, Kraniche rasten, die Störche sind zurückgekehrt und intensiv auf Nahrungssuche.

In diesem Lebensraum auf den Auenwiesen, einem Landschaftsschutzgebiet, sind frei laufende Hunde unwillkommene Eindringlinge. Auch ihre stinkenden Hinterlassenschaften sind ein Ärgerniss, da sie durch die Mahd der Landwirte, die hier nach strengen Auflagen wirtschaften, in die Nahrungsmittelkette gelangen. „Es handelt sich um Gemeindeflächen“, erläutert der Umweltschutzbeauftragte der Kommune, Markus Römermann, und zeigt auf die Wiesenflächen entlang der Gersprenz zwischen Klein- und Groß-Zimmern gen Otzberg und Reinheim.

Das Fließgewässer wurde im Jahr 2010 auf 1 400 Meter renaturiert. Rund 740 000 Euro verschlang diese Maßnahme, die sowohl Umwelt- und Gewässerschutz, als auch den Schutz vor Hochwasser beeinhaltet. Die Investition des Landes Hessen (einen kleineren Teil übernahmen der Wasserverband Gersprenz sowie die Gemeinde) macht sich im Tierreich bemerkbar.

Insektenvielfalt, Fischreichtum in der Gersprenz und nun gar die Rückkehr des Storchenpaares sind erfreuliche Folgen. Für die angrenzenden Auenwiesen wurden in Abstimmung mit Forst und Unterer Naturschurtzbehörde Pflegepläne erstellt.

Was Landwirte auf diesen Wiesen erwirtschaften, mag durch den Verzicht auf chemische Dünger weniger Ertrag einbringen. Dafür aber umso hochwertigeres Futter. „Verunreinigtes Erntegut ist für Mensch und Tier unappetitlich, ungenießbar und gefährdet die Gesundheit“, so der Hinweis an Hundehalter.

„Genau genommen darf man diese Wiesen nicht einmal betreten“, so Römermann, der dabei einen Jogger beobachtet. Der Sportler trabt am Gersprenzufer entlang, Äste auf seiner „Laufstrecke“ abreißend. Mit seinen Hinweisschildern hofft Römermann dennoch auf die Einsicht der Bürger.

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