Hundehaufen stehen an erster Stelle

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Eigentlich kinderleicht: Schon die Kleinsten wissen, dass die Hinterlassenschaften der knuffigen Vierbeiner weggeräumt werden sollten. Hundhaufen gelten in Groß-Zimmern nicht mehr als Kavaliersdelikt - 50 Euro Bußgeld erwartet Umweltsünder.

Groß-Zimmern - Zimmern stinkt? Von wegen. Die Arbeitsgruppe „Zimmern glänzt“ sagt uneinsichtigen Hundehaltern den Kampf an. Mit einer breit angelegten Kampagne und vielen Bündnispartnern geht es nun ans Eingemachte. Von Ursula Friedrich

Das wurde beim Treffen am Montagabend in der Projektwerkstatt deutlich. Hundekot soll die Gemeinde nicht weiter verschmutzen. 50 Euro Bußgeld droht, dies hat die Verwaltung nun festgesetzt, wenn die Haufen von Wastl, Hermann oder Hasso nicht entfernt werden, und die Ordnungswidrigkeit zur Anzeige kommt. „Jeder, der Zeuge ist, darf diese Beobachtung an das Ordnungsamt weitergeben“, sagt Astrid Geiß, Koordinatorin von „Zimmern glänzt“.

904 Hunde sind bei der Gemeinde als steuerpflichtig registriert – deren Besitzer freilich nicht allesamt zu den schwarzen Schafen zählen. Dennoch kommt ein immenser Batzen wilden Hundekots zusammen. Ein Dauerärgernis also.

Die Arbeitsgruppe engagierter Bürger entlarvte das Thema Hundekot nach Gesprächen am Bürgertisch und der Resonanz aus der Bevölkerung als dringlichstes. Nun stehen stinkende Hundehaufen ganz oben auf der Agenda von „Zimmern glänzt“.

Kosten durch Hundekot

Aufklärungsarbeit, einzelne Aktionen, aber auch verstärkte Kontrollen sind die Instrumente, die Besserung bringen sollen. Wenn den Haltern im Mai der nächste Hundesteuerbescheid ins Haus flattert, wird dem ein Flyer beigelegt sein, der auf Hygiene, Hundeklos und mehr hinweist.

An vielen Orten in der Gemeinde stehen inzwischen solche Hundetoiletten bereit.  

Welche Kosten durch wilden Müll, darunter zentnerweise Hundekot, während eines Jahres entstehen, will Geiß nun analysieren. Allein zwei Mitarbeiter des Gemeindebauhofs seien tagein, tagaus mit der Müllbeseitigung beschäftigt – die Ausgaben werden per Steuer und Abgaben auf die Bürger umgelegt.

Umwelterziehung ist daher ein großes Thema von „Zimmern glänzt“.

Während ein unermüdlicher Helfertrupp in den vergangenen Jahren ganz im Stillen die Adolf-Kolping-Anlage von Fäkalien reinigte, um Kindern am Palmsonntag die Ostereiersuche zu ermöglichen, soll dies 2013 als Werbefeldzug für eine saubere Grünanlage durchgeführt werden. Obwohl es in der Grünanlage ein Hundeklo gibt, ist der Park nach wie vor fäkaler Brennpunkt.

Die Kinder- und Jugendförderung ist mit ihrer Umweltaktion „Sammeln statt Gammeln“ am 20. April erneut mit im Boot. Solide Holztafeln werden dann in den schützenswerten Auenwiesen der Gemeinde aufgestellt, um insbesondere in der bald anstehenden Brutzeit für mehr Einsicht bei Hundehaltern zu sorgen. Nicht nur die Verkotung der naturbelassenen Wiesen, sondern auch freilaufende Hunde, stellen eine Gefahr dar, besonders für Bodenbrüter.

Mit gezielten Aktionen, einer Kinderwagenrallye, oder einem Ausflug mit Rollstuhlfahrern des Seniorenheims soll öffentlich gemacht werden, was durch widerliche Hinterlassenschaften an Reifen und Speichen so mitgeführt werden kann.

Die AG Zimmern glänzt, sucht außerdem weitere Mitstreiter, um die Arbeit für eine liebens- und lebenswert saubere Gemeinde auf eine noch breitere Basis zu stellen.

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