Mit Hundekraft durch den Wald

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Karl-Heinz Held mit seinem fünfköpfigen Gespann bei der Trainingstour.

Groß-Zimmern (ves) ‐ „Die Witterungsverhältnisse waren in der letzten Zeit ideal zum Trainieren“, freut sich Monika Held und schaut gebannt auf den Waldweg, auf dem gleich ihr Mann Karl-Heinz mit dem fünfköpfigen Schlittenhundegespann auftauchen muss.

Endlich hatten wir hier mal über längere Zeit genügend Schnee, sodass wir nicht nur mit dem Trainingswagen, sondern wirklich mit dem Schlitten trainieren können“, erklärt sie. Ideale Voraussetzungen also für die nordischen Schlittenhunde. Bereits frühmorgens macht sich die Familie Held mit ihren fünf Siberian Huskys auf den Weg, um die kilometerlange Trainingsstrecke zu bewältigen. In einem Anhänger am Geländewagen sind die Hunde gut und sicher untergebracht und so geht es zum Waldparkplatz hinter der Waldschule, um die Hunde in den Schlitten einzuspannen. „Wenn wir hier ankommen, dann muss alles sehr schnell gehen und jeder Handgriff sitzen“, erzählt Karl-Heinz Held. „Die Hunde sind voller Energie und begierig aufs Laufen“, lächelt er. Kaum angespannt geht es auch schon los, die Hunde sind fast nicht zu halten. Karl-Heinz Held begibt sich auf die Trainingsstrecke, während seine Frau ausharrt und die Zeit nimmt.

Unser Gespann besteht aus vier jungen Hunden, die jeweils zwischen 15 und 18 Monaten alt sind“, berichtet Monika Held. „Die älteste des Teams ist eine sechsjährige Hündin, die aus dem Tierheim stammt“. Ein Gespann, das erst einmal zusammen wachsen musste.

Schlittenziehen will gelernt werden

Zu Beginn sind wir mit den jungen Huskys immer spazieren gewesen“, blickt Held zurück. Als die Hunde dann die ersten Male im Gespann laufen sollten, erwies sich dies als Hindernis. „Die Hunde bummelten herum, so wie sie es vom Spazieren gewohnt waren“, lacht Monika Held. Es erforderte einige Einarbeitung, bis die jungen Vierbeiner sich an das Ziehen gewöhnten. Unterdessen ist das Team so fit, dass sich Held zum längsten Schlittenhunde-Rennen für reinrassige Schlittenhunde in Mitteleuropa, der Trans Thüringia, gemeldet hat. Ein Rennen, das bereits zum 12. Mal stattfindet und sich über rund 250 Kilometer erstreckt. Mehr als 500 Schlittenhunde mit ihren Führern (Mushern) begeben sich dieses Jahr auf die Strecke. Start ist am 31. Januar in Masserberg. Auf dem Programm stehen Touren zwischen 30 bis 45 Kilometer. Held blickt zuversichtlich auf dieses Rennen. „Ich fahre in der Tourenklasse ohne Wertung mit, weil es mir und den Hunden Spaß macht“, erklärt er. Dabei sein ist eben alles.

Der Musher hat sich mit seinem Gespann gut vorbereitet. Bereits Anfang Oktober hat er mit dem Training begonnen, damals aufgrund der Wetterverhältnisse noch im Trainingswagen. Seitdem hat das Gespann rund 400 Trainingskilometer absolviert. Das Training mit dem Wagen ist wie ein Krafttraining für die quirligen Huskys. „Der Wagen allein wiegt rund 55 Kilo, dazu kommen das Gewicht der beiden Personen auf dem Wagen“, erklärt Held. Dazu ist der Schlitten momentan ein Leichtgewicht für die Hunde, wiegt dieser doch nur rund zwölf Kilo. „Wenn sie den Schlitten anziehen, dann ist er weg“, lacht Monika Held.

Faszination Husky lässt die Familie nicht los

Nach rund 40 Minuten ist das Gespann auf dem Waldweg zu sehen. Immer noch voller Energie und zufrieden kommen die Huskys beim Parkplatz an, wo sich Monika Held gleich ihrer annimmt.

Die Faszination Husky hält die Familie Held seit Jahren in ihrem Bann. „Es ist nicht nur der selbstständige und unabhängige Charakter der Husyks, sondern auch diese Kraft, die in den relativ kleinen Hunden steckt“, sagt Karl-Heinz Held. Auch die Erlebnisse in der Natur zählen Helds dazu. „Wenn man mit dem Schlitten unterwegs ist, hört man nur das Knirschen des Schnees unter den Kufen“, freut sich Monika Held.

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