Albert-Schweitzer-Schüler treffen Senioren

Ideen für Zukunft entwickeln

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Sichtlich Spaß haben einige Albert-Schweitzer-Schüler mit einem Bewohner der Senioreneinrichtung: Gemeinsam jubeln sie den vorbeifahrenden Autos zu.

Groß-Zimmern - Um den Schülern zu zeigen, welche Berufsmöglichkeiten und Vereine es in Groß-Zimmern gibt, hat die Albert-Schweitzer-Schule (ASS) mit den siebten Hauptschulklassen ein neues Projekt gestartet. Von Lars Herd

In mehreren Kleingruppen sind die 16 Schüler der H 7a der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) am Dienstag im Haus der Seniorendienstleistung Gersprenz unterwegs. Die einen spielen Bingo mit den Bewohnern, andere zeigen ihnen, wie ein Tablet-Computer funktioniert. Einige scharen sich im Eingangsbereich um einen Senior, der für jeden Spaß zu haben ist. Die Jugendlichen rufen ihm etwas zu, er macht mit, dann ein cooler Handschlag – erst die Fäuste gegeneinander, dann die Handflächen, dann wieder die Fäuste, gefolgt von einem lauten „Uuuhhh“. Für die Bewohner ist es eine schöne Abwechslung vom Alltag, sich mit den jungen Besuchern zu unterhalten. Und auch für die Schüler ist der Besuch etwas Besonderes.

Mit Beginn des neuen Schuljahres haben die Lehrerinnen der siebten Hauptschulklassen, Sonja von der Weiden und Sabine Bühler, ein neues Projekt in die Wege geleitet. „Die Schüler wissen teils gar nicht, was sie beruflich mal machen wollen“, erklärt Lehrer Matthias Wolf. Das gestalte auch die Praktikumssuche immer etwas schwer. Und genau da setzt dieses Projekt an: Dienstags haben die beiden Hauptschulklassen zeitgleich vier Stunden, um verschiede Einrichtungen und Vereine in Groß-Zimmern zu besuchen. So können die Schüler sehen, welche Berufe es im Ort gibt, die sie interessieren könnten. Und es werden schon erste Kontakte für ein mögliches Praktikum hergestellt. Zum Beispiel als Altenpfleger – ein Beruf der zweifellos Zukunft hat.

„Das ist schon interessant“, sagt Tamara, „ich finde es süß, wenn sich die alten Leute so freuen und ihre Geschichten über die Schule, ihre Familien und Hobbys erzählen.“ Die findet auch Ali interessant: „Es kann einen schon traurig machen, was sie erzählen.“

Für die Kinder stehen übers Schuljahr hinweg noch einige andere Besuche an, wobei beide siebte Hauptschulklassen nicht gemeinsam eine Einrichtung besuchen. Unter anderem bauen sie mit dem Naturschutzbund noch Nistkästen und Futtersäulen und sollen dabei erfahren, was die Aufgabe der Nabu-Mitglieder ist. Auch bei der Feuerwehr schauen sie noch vorbei, und Sportarten wie Handball stehen noch auf dem Programm. „Vielleicht bleibt ja auch jemand in einem Verein hängen“, sagt Wolf, darauf hoffend, dass sich die Schüler noch stärker im Ort vernetzen. Nur zwei der 16 der H 7a seien derzeit in Vereinen aktiv – nach Ansicht der Lehrer deutlich zu wenig. „Sie haben auch wenige Hobbys und sind nachmittags oft zu Hause“, sagt Wolf.

Nach dem rund eineinhalb Stunden dauernden Besuch der Senioreneinrichtung setzen sich die Lehrer noch einmal an der frischen Luft in der Grünen Mitte mit den Schülern zusammen, um über den Tag zu reden – wer weiß, vielleicht wird ja einer von ihnen Altenpfleger.

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