Inspirationen aus Holz

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Hermann-Josef Klober zeigte seine umfangreiche Sammlung erstmals im Glöckelchen.

Groß-Zimmern - „Es gibt nichts Mächtigeres als eine Idee, deren Zeit gekommen ist“, zitierte Ortwin Dreuth bei der Eröffnung einer ungewöhnlichen Ausstellung im Kulturzentrum Glöckelchen. Von Ursula Friedrich

Der Protagonist, Hermann-Josef Klober, sprüht zwar vor Ideen – sah für sich jedoch erst nach vielen Jahren de Zeit gekommen, öffentlich auszustellen. Rund 40 Exponate hatte der Groß-Zimmerner Werbegrafiker aus einer gigantischen Sammlung ausgesucht, um sie erstmals in seiner Heimatgemeinde zu präsentieren.

Der Titel „Wiederbeleben“ war dabei Programm. Denn: Es war keine Bildhauerei im klassischen Sinn, die das Publikum am Freitag Abend bei der Vernissage in Bann zog. Die Ausstellungsstücke aus Kirschbaum, Kiefer, Eiche, Pappel und Pflaume hatte Mutter Natur mit einem eigenen Charakter ausgeprägt. Mit sensiblem Gespür für den individuellen Ausdruck der hölzernen Findlinge geht Klober nach seinem Fund zu Werke. Er schleift, schnitzt, ölt, setzt neue Akzente oder modelliert den bereits angedeuteten Charakter des Rohlings heraus.

„Das Entdecken ist der kreative Vorgang an sich“

Dreuth, den das Exponat des Zimmerner Künstlers in einer Riedstädter Kirche in Bann zog, was zu der Bekanntschaft mit Klober führte, erklärte den künstlerischen Prozess: „Das Entdecken ist der kreative Vorgang an sich.“ Diesem entscheidenden Augenblick folge ein Impuls, eine Vision, die in der Bearbeitung einer Wurzel, eines ganzen Stamms oder großer Äste gipfelt. „Schichtergreifend ein Künstler“, brachte es Manfred Göbel, Vorsitzender des Glöckelchenvereins und ehemaliger Schulkamerad Klobers auf den Punkt.

Die Liebe zur Kunst hätte Hermann-Josef Klober gerne zu seinem Beruf gemacht. Stattdessen hat er jedoch ein Grafikstudium begonnen, um mit solidem Beruf in der Arbeitswelt Fuß zu fassen.

Unmengen vielversprechender Holzteile gesammelt

Privat hat den Naturnarr die berufliche Entscheidung nicht ausgebremst. Kober, der rund 25 Jahre „im Wald“ lebte (unweit der Waldschule im Haus mit der Sonne) sammelte und hortet Unmengen vielversprechender Holzteile. „Das ist ja ein halbes Ohr!“, „Mir fallen Leiber ein!“ der Ausstellungsbesuch war für die zahlreich erschienenen Gäste eine Entdeckungsreise. Um die Kreativität des Betrachters nicht auszubremsen, verzichtet Klober weitgehend auf konkrete Titel. Sie reduzieren sich meist auf globale Aussagen wie Stele, Kopf oder Figur I .

Klober arbeitet seit 2003 intensiv an seiner Sammlung – zeigte jedoch auch Werke aus den 80er Jahren. In Atelier und Werkstatt verbergen sich noch etliche Kostbarkeiten, denn der kreative Tausendsassa malt und gestaltet auch Bilder. Und bis diese Ideen zur Reife kommen, um sich mächtig zu entfalten, werden nicht wieder Jahrzehnte vergehen, so zumindest sein Versprechen.

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