„Institution der Wehr“

+
Joachim Köbel freut sich nicht nur über das neue Fahrzeug für die Klein-Zimmerner Feuerwehr, sondern auch über den Landesehrenbrief.

Klein-Zimmern (bea) ‐ Alle hatten dicht gehalten in Klein-Zimmern. Deshalb war Joachim Köbel (52) am Samstagnachmittag völlig überrascht, dass ihm der hessische Landesehrenbrief überreicht wurde. Ganz in seinem Element war der Geehrte, als er über den Bau des Mehrzweckgebäudes erzählte. Bei seiner eigenen Ehrung fehlten ihm erst einmal die Worte.

Selten habe ich mich so gefreut, jemanden ehren zu können“, sagte Kreisbeigeordneter Dieter Emig, als er die Ehrung von Köbel vornahm, der seit über 20 Jahren im Bauamt des Landkreises Darmstadt-Dieburg arbeitet. Köbel sei zwar nicht die Feuerwehr, aber er sei eine Institution der Wehr in Zimmern, seit Jahrzehnten aktiv und Mitbegründer der Jugendfeuerwehr. 15 Jahre war Köbel zweiter Vorsitzender des Klein-Zimmerner Feuerwehrvereins, er war in Groß-Zimmern Ortsbrandmeister von 1984 bis 1999 und „einer der wesentlichen Aktivposten der Einsatzabteilung von 1975 bis 2005“. Köbel hat aber nicht nur bei der Feuerwehr kräftig mitgemischt, sondern sich auch im Dorfleben sehr aktiv eingebracht. Seit April 2006 engagiert er sich im Ortsbeirat Klein-Zimmern, ist in vielen Vereinen und Gemeindevertreter in Groß-Zimmern.

Mit seinem ausgeprägten Organisationstalent sei es nur logisch gewesen, dass er sich bei der Errichtung des Mehrzweckgebäudes als ehrenamtlicher Bauleiter zur Verfügung stellte, so Emig. Hilfreich war ihm dabei eine ordentliche Portion Hartnäckigkeit, die Emig jedoch nicht mit Dickköpfigkeit verstanden haben wollte.

„Ich bin eigentlich immer noch beim Bau“

Unser Gemeinwesen ist angewiesen auf Mitbürger wie Köbel, auf sein Engagement, sein Wissen und seine Erfahrung“, sagte der Kreisbeigeordnete und dankte dem Geehrten, dass er seine Fähigkeiten der Allgemeinheit zur Verfügung stellte. Für Köbel gab es neben der Urkunde eine Maurerkelle, die er mit den Worten in Empfang nahm: „Wir schaffen aber mit größerem Werkzeug“.

Gefragt, wie er sich fühle, antwortete er: „Ich weiß noch nicht, ich bin eigentlich immer noch beim Bau“. Und nebenbei hatte er immer noch ein prüfendes Auge auf die neue Plastik, die seiner Ansicht nach nicht ganz auf dem richtigen Platz stand. Froh war Köbel allerdings über den Blumenstrauß, den seine Frau Astrid erhielt. „Auch wenn es manchmal ein wenig abgedroschen klingt, aber ohne die Unterstützung der Partner und der Familie ist insbesondere Feuerwehrarbeit gar nicht denkbar“, hatte Emig gesagt und der Gattin einen bunten Strauß überreicht. Der Ehemann freute sich um so mehr, weil er vor lauter Feuerwehr und Geißen gar nicht mehr an einen besonderen Tag gedacht hatte: Vor 29 Jahren hatte er seine Frau kennengelernt.

Kommentare