Feuerwehr Groß-Zimmern

Interview mit Gemeindebrandinspektor James Bennett

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Nach einem Verkehrsunfall am Dienstag in der Bertha-von-Suttner-Straße droht ein Pkw in Flammen aufzugehen. 18 Feuerwehrleute sind mehr als eine Stunde beschäftigt.

Groß-Zimmern - Retten, löschen, bergen, schützen – die Feuerwehren haben einiges zu tun. Vor allem die Freiwilligen in den Reihen der Groß- und Klein-Zimmerner Wehren.

48 Stunden, vier Einsätze: Von Montag, 11.17 Uhr bis Dienstag, 11.45 Uhr wurden die Feuerwehrleute aus Groß- und Klein-Zimmern viermal alarmiert. Viel zu tun also für die Freiwilligen. Unser Redaktionsmitglied Ralf Enders sprach mit Gemeindebrandinspektor James Bennett über die Belastungen der Blauröcke und überflüssige Gaffer an den Einsatzorten.

Vier Einsätze in zwei Tagen: Wie kann das eine Freiwillige Feuerwehr, deren Mitglieder ja in der Regel einen Arbeitgeber haben, überhaupt leisten?

Natürlich ist das eine große Herausforderung. In den vergangenen Jahren nahm die Einsatzstärke der Einsatzabteilungen der Feuerwehren in Deutschland ab. Deshalb werben wir bei jeder Gelegenheit um neue Mitglieder. Niemand wird gezwungen zu kommen und seinen Job zu riskieren. Dennoch sind wir auf möglichst viele Kräfte angewiesen. Hier haben wir das Glück, Mitarbeiter des Bauhofs in Groß-Zimmern in unseren Reihen zu haben, Beschäftigte im öffentlichen Dienst, Freiberufler und sogar Einsatzkräfte anderer Feuerwehren, die in unserem Ort arbeiten. Auswärtig Beschäftigte können dann je nach Meldung entscheiden, ob sie dazu kommen. Im schlimmsten Fall müsste nachalarmiert werden – gegebenenfalls per Sirene – oder sogar die Wehren umliegender Gemeinden alarmiert werden. An dieser Stelle bedanke ich mich bei allen Arbeitgebern, die ihre Beschäftigten im Einsatzfall gehen lassen. Der Verdienstausfall wird von der Gemeinde ersetzt. Es gibt sogar die Auszeichnung feuerwehrfreundlicher Arbeitgeber …

Bei Fehlalarmen ist glücklicherweise nichts passiert. Aber für Sie ist die Häufung schon ärgerlich, oder?

Ärgerlich ist, aus dem Tagesablauf herausgerissen worden zu sein. Im Grunde sind wir immer froh, wenn doch nichts passiert ist, oder es doch nicht so schlimm wie dargestellt ist. Bei einer Häufung von Fehlalarmen sind wir mit den betroffenen (Firmen) immer im guten Gespräch, wie Abhilfe geschaffen werden kann.

Bei einem Fahrzeugbrand am Dienstag sind Passanten bei der Betreuung der Verletzten durch Passivität aufgefallen. Warum, glauben Sie, helfen die Menschen nicht?

Das hat viele Gründe. Zum einen schlicht die Angst, etwas Falsches zu tun und dann zur Rechenschaft gezogen zu werden. Dieser Gruppe sage ich: sich einfach anbieten und fragen, wo und wie man helfen kann! Wir helfen gerne weiter! Ganz praktisch eigener Zeitdruck oder andere Umstände, die es nicht erlauben zu helfen. Warum einige stehen bleiben und zu sogenannten Gaffern werden, kann ich selbst nicht verstehen. Gleichgültigkeit kann ich nicht ganz nachvollziehen, allein der Anblick oder das Zusehen bei einem Unfall löst einen Adrenalinschub aus.

Angenommen Sie haben zwei Wünsche frei: einen an die Gemeindeverwaltung, einen an die Groß-Zimmerner Bürger. Was würden Sie sich wünschen?

Die Gemeindeverwaltung unterstützt die Feuerwehren in Groß- und Klein-Zimmern in hervorragender Weise. Danke! An die Bürger: Engagiert euch bei der Feuerwehr, ob im Förderverein, mit einer einmaligen Spende oder in Kinder-, Jugendfeuerwehr oder Einsatzabteilung! Hier sind alle gerne gesehen, unabhängig von Hautfarbe, Religion, Geschlecht, usw.

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