Ein Dutzend Dreierteams spielen unter den Platanen / Pétanque-Vereinsturnier diesmal à la Boccia

Italiener bringen die Kugeln ins Rollen

„Wir begrüßen dieses Turnier außerordentlich und werden alles tun, damit es weiterhin so schön erhalten bleibt“, meint Guiseppe Di Girolamo (Mitte) vom Club Italia. Mit seinen Vereinskollegen Gerardo Faggiolino (links) und Armando Luongo wurde er Turniersieger.

Groß-Zimmern - (guf) „Eigentlich müssten hier viel mehr Vereine sein“, meint Manfred Amann etwas enttäuscht. Alljährlich organisiert der Vorsitzende des Groß-Zimmerner Pétanque-Vereins mit seinen engagierten Helfern das Turnier für Ortsvereine. Nachdem die Veranstaltung 2008 aus gesundheitlichen Gründen ausfallen musste, waren beim Turnier am vergangenen Sonntag zwölf Mannschaften am Start.

„Früher waren das fast doppelt so viele“, berichtet Amann. Doch die Stimmung, die stimmte diesmal auch mit weniger Spielern. Dafür sorgten vor allem die Italiener. „Ohne die geht hier gar nichts mehr“, meint der Vorsitzende mit Blick auf das Pétanquefeld in der Bahnstraße. Einige der Südländer fanden sich nämlich nicht nur in den Dreierteams des Club Italia, sondern solidarisch und vom Spiel begeistert unterstützten Italiener zudem andere Mannschaften.

Dabei kam man sich natürlich auch näher. Der NABU etwa - hier waren nur zwei Mitglieder abkömmlich, die anderen hatten vereinsmäßig zu tun und kamen später hinzu - nutzte die entspannte Atmosphäre und erläuterte den Italienern Arbeit und Zweck der Naturschutzgruppe. Die standen ihnen in nichts nach und wahrscheinlich werden bald wohl Italiener unter den Naturschützern, aber auch NABU-Mitglieder im Club Italia anzutreffen sein.

Dass das Boccia-Spiel in Italien ein Volkssport ist, braucht hier wohl nicht länger erläutert zu werden. Bei der italienischen Variante des Boule- oder Pétanque-Spiels geht es ebenso darum, seine eigenen Kugeln möglichst nah an eine kleinere Zielkugel zu setzen oder eventuell die gegnerischen Kugeln von dort wegzuschießen.

Doch selbst bei klar italienisch dominierter Besetzung des Turniers, kann sich Amann nicht vorstellen, seinen Sport und vielleicht sogar die Gruppe in „Boccia-Verein“ umzubenennen. „Es gibt bei den Regeln einige Unterschiede. Außerdem sind die Kugeln größer und schwerer und die Spielfelder sind länger“, sagt er. Nein, für die Petanque-Spieler bleibt der französische Name Programm und sie wollen ihren schönen Platz in seinen Dimensionen erhalten.

Die von den Vereinsmitgliedern vor Jahren gepflanzten Platanen bilden inzwischen ein dichtes Laubdach, das beim strahlenden Sonnenschein am Sonntag angenehmen Schatten bietet. In der kleinen Holzhütte sind Geräte und Pokale gelagert, die Turnierleitung hat hier einen angenehmen Platz mit Stromanschluss. Am Platzrand brutzeln Würstchen auf dem Grill, nebendran lockt eine Kuchentheke und natürlich gibt es auch reichlich zu Trinken. Den Teilnehmern macht das Spiel so einfach Spaß.

Warum einige fernbleiben, die früher fast immer dabei waren, darüber macht man sich zwischen dem Kugelrollen Gedanken. „Es dauert einfach sehr lange“, meint Lothar Jacob vom NABU. Vielleicht ließe sich dies Problem ja künftig dadurch lösen, dass die Mannschaften nicht feststehen müssen, sondern einzelne Spieler ausgewechselt werden können, spekulieren andere. Doch ihnen fehlt an diesem Tag eigentlich nichts: Gutes Essen und Trinken, gute Laune, schöne Spiele und strahlender Sonnenschein, das ist doch ein sehr gelungenes Turnier.

Die Sieger stehen gegen 16 Uhr fest: Erste sind die Männer des Club Italia 1.

Dann kommen die Alten Herren des TV Handball 1 und 2. Vierte sind die Tischtennisspieler 1, gefolgt von der SG Olympia. Der Club Italia 3 in Kooperation mit dem NABU liegt auf dem sechsten Platz.

Es folgen die Tischfußballer aus Klein-Zimmern 1, die blau-weißen Kerbborschte, der Schachclub 1, Tischfußball Klein-Zimmern 2 und das Team vom Club Italia 2.

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