125 Jahre  und kein bisschen leise

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Viele Sänger wurden für ihr Treue zum Chor am Ostermontag im Rahmen des Gottesdienstes geehrt.

Groß-Zimmern - „Wir sind 125 Jahre und kein bisschen leise, aber schon ein bisschen weise“, so charakterisierte Christel Sänger den evangelischen Kirchenchor. Von Ulrike Bernauer

Der feierte am Ostermontag beim Gottesdienst sein 125-jähriges Bestehen. 1888 war er von Dekan August Knodt gegründet worden. 60 Männer sangen am Anfang im Chor. Heute sind auch Frauen dabei, sie sind inzwischen in der Überzahl.

Wann sich der reine Männerchor für Frauen öffnete, kann keiner mehr so genau sagen.

Die ältere St. Bartholomäus-Kirche

60 Männer bei einer Einwohnerzahl von damals 3 000 in Groß-Zimmern, das war ein gewaltiger Zuspruch. „Die Kirche wurde zu diesem Zeitpunkt auch noch simultan genutzt, das heißt, hier wurden evangelische und katholische Gottesdienste gefeiert“, zitierte Pfarrer Michael Fornoff aus der Kirchenchronik. Die Katholiken sammelten seinerzeit für ein neues, rein katholisches Gotteshaus, in das sie dann auch umzogen. „Sie baten damals darum, auch den Namen St. Bartholomäus mitnehmen zu dürfen. So ist unsere evangelische Kirche eigentlich die ältere St. Bartholomäus-Kirche“, so Fornoff. Das hundertjährige Jubiläum hatte der evangelische Gesangverein mit dreitägigem Brunnenfest ganz groß gefeiert.

Besonders freuten sich die Sänger darüber, dass alle anderen damals in Groß- und Klein-Zimmern bestehenden Chöre ein Geburtstagsständchen brachten. So kamen der katholische Kirchenchor St. Cäcilia, die Chorgemeinschaft, der Arbeitergesangverein und der Klein-Zimmerner Gesangverein. „Bei uns herrscht immer gute Stimmung“, so charakterisierte Sänger ihren Chor. „Wir pflegen auch sehr die Geselligkeit“. Pfarrer Fornoff konnte das bestätigen: „Der Chor pflegt den Gesang zum Lobe Gottes, gemischt mit fröhlichem Beisammensein.“

Langjährige Sänger geehrt

Wer mitsingen wolle, der sei jederzeit willkommen, mittwochs ab 19 Uhr probt der Chor im Gemeindehaus.

Am Ostermontag wurden langjährige Sänger geehrt. Am längsten dabei ist Helga Schönberg. Schon seit 60 Jahren lässt sie ihre Stimme im Chor erklingen - seit ihrer Konfirmation, wie sie auf Nachfrage von Pfarrer Fornoff erklärte. Irmgard Göbel ist seit 55 Jahren im kirchlichen Chor aktiv, Peter Nötzig und Berthold Rybzcak singen seit 35 und Bernhard Dietrich seit 30 Jahren. Christa Bremer und Erna Dietrich sind 25 Jahre dabei, Christel Amann und Monika Hummel 20 Jahre. Fast ein Küken an Mitgliedsjahren ist Ulrich Kuhn. Er leitet den Kirchenchor seit zehn Jahren und das mit großem Engagement. So blies er am Ostermontag die Trompete, obwohl die linke Hand eingegipst war.

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