Beim Turnverein hat Sonja Roskosch die Tradition wieder belebt, die einst von Werner Daub eingeführt wurde

Jeder kann das Sportabzeichen machen

Offenbach-Post

Groß-Zimmern - (bea) Im Kugelstoßen ist Maurice Sertillanges richtig gut. Beim ersten Versuch wirft er 6,75 Meter weit, beim zweiten bringt er es auf 7,20 Meter und zuletzt schafft er sogar acht Meter. 7,25 Meter hätte er gebraucht, um die Anforderungen des Sportabzeichens für Männer seiner Altersklasse zu erfüllen.

20 sportfreudige Zimmerner standen kürzlich auf dem Sportgelände der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) und schauten der nächsten Kandidatin beim Kugelstoßen zu. Die erreichte leider die vorgegebene Marke nicht und musste erst einmal ein bisschen üben, um sich der Abnahme erneut zu stellen.

Seit vielen Jahren gab es zum ersten Mal wieder die Möglichkeit, über den TV Groß-Zimmern das Sportabzeichen abzulegen. Leichtathletik-Übungsleiterin Sonja Roskosch hatte sich für eine Wiederaufnahme dieser eingeschlafenen Tradition stark gemacht. Einer Tradition, die der verstorbene Werner Daub eingeführt hatte.

Zwischen neun Jahren bis 71 Jahre alt waren die Teilnehmer, die sich auf dem grünen Rasen versammelt hatten. Sertillanges hat sich seinen beiden Töchtern Juliette und Marielle angeschlossen, die bei Roskosch trainieren. Ihre Mutter, Christina, war auch dabei. Die ganze Familie versuchte sich also gemeinsam beim Erringen des Sportabzeichens. Während die Töchter bald bei den Disziplinen: Laufen, Springen und Werfen die Anforderungen erfüllen konnten, hat der Vater beim Hundert-Meter-Lauf die Zeit um zwei Sekunden überschritten. „Es erinnert mich an die Schulzeit“, sagt Sertillanges. Ob er in diesem Jahr zum Trainieren kommen wird, um den kurzen Lauf noch einmal zu absolvieren, weiß er noch nicht. „Aber nächstes Jahr bestimmt“, meint der Familienvater heiter.

Der älteste Teilnehmer, Kurt Deisinger, will das Sportabzeichen in diesem Jahr auf jeden Fall ablegen. An diesem Tag sollte es leider nicht klappen, denn der 71-Jährige zog sich beim Laufen eine leichte Zerrung zu. Die anderen Übungen waren für Deisinger jedoch leicht zu erfüllen. „Ich halte mich mit Joggen, Radfahren und zweimal in der Woche Gymnastik beim TV fit“, sagte Deisinger, der es in seiner Jugend nicht schaffte, das Sportabzeichen erfolgreich abzulegen.

Charmie Pfeffer (16) und Vanessa Stenner (15) waren aus Spaß dabei. Wobei Charmie das Sportabzeichen schon vor einigen Jahren erreicht hat und hauptsächlich zum Helfen gekommen ist. Vanessa dagegen wollte es zum ersten Mal ableisten. Da sie bei Roskosch Leichtathletik trainiert, war das kein Problem für sie.

„Zum Sportabzeichen können alle zu uns kommen“, sagte Werner Lamberty, der Abteilungsleiter Tennis, der Roskosch bei der Betreuung der Teilnehmer unterstützte.

Man muss also kein TV-Mitglied sein, um sich diesem sportlichen Wettbewerb zu stellen.

Das nächste Treffen mit Abnahme oder auch zum Üben wird am Freitag, 26 Juni, in Reinheim sein. Ab 18 Uhr treffen sich Sportbegeisterte dann im Reinheimer Stadion. Fünf Disziplinen sind zu bewältigen, ein Lauf über eine kurze und einer über eine lange Strecke, ein Sprung, ein Wurf sowie Schwimmen. Die Disziplin Schwimmen kann man übrigens jeden Freitag ab 19 Uhr im Zimmerner Hallenbad bei Hans Zimmermann ableisten.

Das Aufwärmtraining gehört auch beim Sportabzeichen unbedingt dazu.Fotos (2): Bernauer

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