Jeder trägt zur Show bei

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Die Angelgartenschüler schlüpfen diese Woche in die Rollen von Hundedompteuren und Zikusartisten. Fotos: Friedrich

Groß-Zimmern (ula) „Führst du das Pferd, oder führt das Pferd dich?“ Im Gewusel mit den Minishettlandponys herrscht noch Unklarheit, an welchem Ende der Führleine der „Chef“ ist.

Pferdedompteurin Michelle Baldini trainiert mit ihren Schützlingen den genauen Ablauf der Nummer.

Unter der Zirkusplane plärrt ein Hahn machomäßig vor sich hin, einige Kinder frühstücken. „Ich bin Tellerdreher und Jongleur“, erzählt Miriam aus der Klasse 2 a der Angelgartenschule. „Das ist schwierig, weil ich es noch nie gemacht habe.“ Spaß macht es jede Menge, meinen die umsitzenden Schüler, die den Klassenraum gegen das Training in der Zirkusmanege auf dem Festplatz eingetauscht haben. Möglich macht dies die Projektwoche der Grundschule, die im Vier-Jahres-Turnus als Zirkusabenteuer angelegt ist. Und alle 180 Angelgartenschüler sind dabei. Zum zweiten Mal ermöglicht die Zirkusfamilie Baldini mit Koordinator Tom Hicking ein so außergewöhnliches Schulprojekt. Höhepunkt nach vier Tagen kurzweiligen Lernens mit Hunden, Eseln, Ponys, Clown und Co. sind die Zirkusvorstellungen am Samstag, 18. Juni, um 14 sowie um 16.30 Uhr.

Herausforderung, die inzwischen zum Alltag gehört

Die Ausbildung zum Zirkusstar in nur vier Tagen ist für die Baldinis eine Herausforderung, die inzwischen zu ihrem Alltag gehört. Statt klassischer Zirkusdarbietungen verdient die Familie ihr Brot auch bei pädagogischen Pojekten mit Schulen, Städten und Gemeinden.

Auch die Vierbeiner sind geduldige Routiniers, wenn sie mit den Frischlingen in der Manege ihre Nummern einstudieren. Die quirlige Hundemeute steht unter den Fittichen von Sidney Baldini, Tino übt mit den „Clowns“ eine lustige Show und am Trapez übt Rocky mit den Teilnehmern grazile Trapeznummern ein. Eine Baldini-Philosophie: Jedes Kind zeigt etwas, ob talentiert oder unbeholfen, glamouröse Einzelakteure gibt es hier nicht.

Fern des Zirkuszelts steht für die Kinder außerdem durchaus Mathe- und Deutschunterricht auf dem Programm, natürlich dreht sich auch hier alles rund um Zirkusthemen. Die Finanzierung sei über Spenden gelungen, so Konrektorin Laura Klenk, die zwar nur Zaungast ist, möglicherweise jedoch für eine „Lehrernummer“ am Samstag gebraucht wird.

Auch Kinder aus Familien mit geringem Einkommen dabei

Ortsansässige Firmen, der Förderverein der Grundschule sowie die kommunale Kinder- und Jugendförderung sponsern die Projektwoche, sodass Familien weniger stark belastet werden. Und: Auch Kinder aus Familien mit geringem Einkommen sind dabei.

Als Bodenakrobaten, Tierdompteure, Clowns,Trapezkünstler und mehr kann man die „Zirkuskinder“ am Samstag bestaunen. Zu den „gefährlichen Projekten zählt die Feuerakrobatik. „Vielleicht darf ich diesmal Feuer spucken“, hofft Leon (4 a), der bereits als Ferienspielkind beim Mitmachzirkus dabei war. „Damals waren meine Arme einfach zu kurz.“ Die Kunst mit dem Feuer ist eine große Herausforderung, die Kinder haben mächtig Respekt vor der Flamme. „Ich hab mir schon die ganzen Haare auf dem Unterarm weggeschmort“, sagt Luis (4 a) und alle üben konzentriert weiter für die große Zirkusshow am Samstag.

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