Jetzt gibt’s Guudsje statt Kartoffeln

Fertig ist der Verkauf von Kartoffeln zugunsten der Orgel. In Zukunft werden für das neue Instrument Bonbons gelutscht. Von links: Manfred Göbel, Vorsitzender des Orgelfördervereins, Pfarrer Christian Rauch, Landwirte Jörg und Jasmin Dressel, Apotheker Hardy und Ingrid Mayer. Foto: Bernauer

Groß-Zimmern (bea) - Der jüngste Sohn der Familie Göbel wird froh sein. Ab jetzt kommen wieder mehr Nudeln und nicht mehr so viele Kartoffeln auf den Mittagstisch.

Dr. Manfred Göbel, der Vorsitzende des Orgelfördervereins, hatte den Seinen mehr Kartoffeln verordnet, weil von jeder im Dresselladen verkauften Knolle ein Obolus an den Orgelförderverein ging.

Das Ergebnis ihrer Spenden- und Verkaufsaktion hat Jasmin Dressel am Donnerstag mitgeteilt und die Summe von 500 Euro an den Förderverein überreicht.

Gleichzeitig übergaben Jörg und Jasmin Dressel das Staffelholz in Form einer inzwischen ziemlich verbeulten Orgelpfeife weiter.

Für das Kircheninstrument wird nun Hardy Mayer, Inhaber der alten Apotheke in der Enggasse 1, von jeder verkauften Dose „Oijelguudsje“ einen Anteil von 50 Cent für den Förderverein abzwacken.

„Mein Opa hat die noch selber im Laden zubereitet“

„Zur Grippezeit kommen die Hustenbonbons gerade recht“, freut sich Göbel. Die Guudsje (Bonbons) sind hergestellt nach einem alten Rezept und werden in Apotheken verkauft.

„Mein Opa hat die noch selber im Laden zubereitet“, erinnert sich Mayer, der die Bonbons in einer Dose mit dem Emblem des Orgelfördervereins bis zum Ende der Grippe- und Fastnachtszeit mit einer Abgabe für den Förderverein verkaufen wird.

Jasmin Dressel freut sich derweil über die kleine Mahagoniorgel, die es nirgends zu kaufen gibt. Sie wird ausschließlich als besondere Anerkennung für Unterstützer vom Orgelförderverein vergeben. Dressel zeigt auch gleich, dass sie sich auskennt. Nach den ersten paar Takten sagt sie: „Das ist ja schon der Refrain.“ Dem kürzlich geborenen Nachwuchs wird sie die Zimmerner Nationalhymne in Zukunft vorspielen.

Wichtig, dass man es richtig ausspricht

Ein kleiner Disput um die Oijelguudsje ergibt sich noch am Rande. Göbel schaut in seinen bis dahin noch nicht veröffentlichten Zimmerner Sprachführer und stellt fest, dass er Gutsje mit nur einem „u“ und mit „t“ geschrieben hat. „Aber so wie ihr es geschrieben habt, ist es wohl richtig“, bekräftigt der Zimmerner Heimat- und Sprachkenner und zieht sich trickreich aus der Affäre: „Es ist nicht so wichtig, wie man etwas schreibt, sondern, dass man es richtig ausspricht.“

Werner Kriha, Rechner des Orgelfördervereins, gibt an diesem Abend auch noch den Spendenstand bekannt. Die 100 000-euro-Marke wurde mit nunmehr 101 532 Euro mittlerweile überschritten, dank vieler Einzelspenden, Gaben der Geschäftsleute und einem „kontinuierlichen Marmeladen- und Honigstrom“, erklärt Göbel sehr zufrieden.

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