Jugendzentrum bekommt bald was aufs Dach

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Groß-Zimmern (guf) ‐ Im Juni 2002 eröffnete die Gemeinde das Jugendzentrum am Festplatz (JuZ). Das eingeschössige Gebäude liegt gegenüber dem Basketballfeld und dem Bolzplatz in unmittelbarer Nähe der Albert-Schweitzer- und der Schule im Angelgarten. Seit gut zehn Jahren ist Jugendpfleger Tom Hicking im Einsatz, unterstützt von Markus Psczolla.

Das JuZ ist täglich von 8 bis 17 Uhr besetzt, manchmal auch bis 22 Uhr. Hier laufen Kurse, Jugendliche kommen zu „offenen Treffs“ oder festen Gruppen. Von kulturellen Veranstaltungen für alle Altersstufen, über Musik, Sprachunterricht oder Beratungen wird auch für Eltern sehr vieles angeboten. Zudem können Jugendgruppen und Freundeskreise die Räume als Treffpunkt nutzen. Bis zu 330 Kinder wöchentlich werden betreut. Bei so viel Engagement des Jugendpflegers scherzen einige im Ort: „Onkel Toms Hütte platzt bald aus den Nähten“.

Ein Grund hierfür ist auch, dass die Jugendarbeit sich nicht auf den Nachwuchs beschränkt. Die Familien werden mit einbezogen, was besonders bei Zugezogenen und Migranten wichtig ist - nicht zuletzt, weil das JuZ direkt in einem Quartier der Sozialen Stadt liegt und auch die betreuende Grundschule sowie die familienfreundliche Schule beherbergt.

Aufstockung unabhängig nutzbar

Im Rahmen der „Projektwerkstatt“ der sozialen Stadt hat Hicking angeregt, das JuZ durch Aufstockung in ein Familien oder Nachbarschaftszentrum auszubauen. „Integrationsmaßnahmen für Frauen mit Migrationshintergrund laufen bereits. Der Internationale Bund und die Volkshochschule stehen mit weiteren Angeboten bereit. Ein Beratungsbüro müsste hinzu kommen, Jugend- und Gerichtshilfe haben ebenfalls Raumbedarf angemeldet“, erklärte Hicking kürzlich in seinem Sachstandsbericht vor dem Sozialausschuss.

Er regte an, dass hier das Quartiersmanagement Soziale Stadt untergebracht werden sollte, ebenso wie Musikprojekte, Nachbarschaftstreffen, Arbeitsgruppen, Freundes- oder Krabbelkreise. Ein Raum sollte auch für Feierlichkeiten buchbar sein. „Die Aufstockung ist als Gebäude über dem Bestehenden geplant und wird völlig unabhängig nutzbar sein. Die Erweiterungsplanungen sind in einem Beteiligungsprojekt mit Jugendlichen entstanden. Beim Innenausbau sollen wie bereits beim Bau des Jugendzentrums Eigenleistungen von Jugendlichen und Bürgern erbracht werden, damit eine frühzeitige Identifikation und Besitznahme gewährleistet sind“, so Hicking.

Kosten liegen bei 470 000 Euro

Die Pläne haben die Architekten Rainer Lortz und Thorsten Rugenhagen erstellt. Seit kurzem liegt nun die Baugenehmigung vor. Der eingeschossige Holzrahmenbau mit begrüntem Flachdach kann demnach halbseitig in derselben Bauweise um ein Stockwerk erhöht werden. „Das Flachdach bekommt eine Kiesschüttung. Die Fassade wird größtenteils verputzt. Lediglich das Kopfgebäude soll wie der Bestand verschalt werden“, heißt es in der Beschreibung. Das Erdgeschoss beherbergt den Veranstaltungsraum, Büro, Technik- und Gruppenräume sowie Küche und Lager. Die Werkstatt wird als Leiter-Büro umgebaut. Im Obergeschoss sollen auf 212 Quadratmetern Büros, ein Projektraum und eine Musikschule mit Proberaum untergebracht werden. Die Auskragung des neuen Baukörpers dient im Freibereich als Unterstellplatz.

Die geschätzten Kosten liegen bei 470 000 Euro. Die müssen zwar für das laufende Jahr noch einmal beantragt werden, aber da die Gelder insgesamt für Projekte der Sozialen Stadt im Dreijahresrhythmus bewilligt werden, hofft man möglichst bald auf grünes Licht auch aus Wiesbaden, um mit dem Bau beginnen zu können.

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