„Diskussion für die Katz“

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Zwölf Wohneinheiten könnten zwischen Bahn- und Weinbergstraße am Hegemag-Haus entstehen.

Groß-Zimmern (guf) ‐ Eigentlich waren die Gemeindevertreter am Montag im Planungsausschuss von der Aufstockung des Jugendzentrum (JuZ) sehr angetan. Überzeugend beschrieb Jugendpfleger Tom Hicking die Nutzung der Räume am Festplatz und die immense zusätzliche Nachfrage.

Es wollen noch andere rein“, sagte Hicking und zitierte als Beispiele unter anderem Schuldnerberatung, Musikschule, Bewährungshilfe oder das Flüchtlingswesen. „Man bedenke, die afghanische Mutter darf eigentlich gar nicht nach Kranichstein, wo derzeit das Amt für Flüchtlingshilfe ist.“

Besonders positiv ist, dass sich das JuZ, das netzwerkartig mit Schulen, Gemeinde, Vereinen und dem Landkreis zusammenarbeitet, über Beiträge und Mieten selbst bei den Ferienspielen finanziell selber trägt. „Wir sind mehr als nur Jugendzentrum. Und deshalb geht es hier nicht nur um die Aufstockung eines Gebäudes. Wenn Sie einsehen, dass die Kinder- und Jugendförderung gebraucht wird, ist die Erweiterung gar keine Frage“, so Hicking. Planer Rainer Lortz präsentierte Skizzen, erläuterte die Baugenehmigung und der Antrag der Grünen zur Dachbegrünung wurde diskutiert (der LA berichtete)

Gemeindevertreter erfuhren von den Plänen aus der Presse

So weit - so gut, bis SPD-Fraktionsvorsitzender Dieter Hader nachfragte: „Wieso haben wir eigentlich nicht schon vorher davon erfahren?“ Entsetzt blickte Hicking in die Runde, auch Lortz wusste hierauf keine Antwort. Tatsächlich hatten die Gemeindevertreter von den Plänen bisher nur in der Presse gelesen, die Baugenehmigung wurde ohne ihre Zustimmung beantragt und bereits erteilt. „Da hat der Gemeindevorstand wohl etwas vorschnell gearbeitet“, gestand Bürgermeister Achim Grimm. Er konnte sich zwar in diesem Fall der Zustimmung des Gremiums sicher sein, aber „wohin kommen wir denn, wenn alle Beschlüsse so gefasst werden?“, fragte Stefan Fröhlich (SPD). Auch seine Kollegen beschwerten sich darüber, dass die vorangegangene Diskussion eigentlich für die Katz gewesen sei. „Veränderungen sind auch jetzt noch möglich“, wandte Grimm beschwichtigend ein. „Wir wollen das Thema erst in den Fraktionen erörtern“, beantragte Gerd Merget (SPD).

Lortz durfte bleiben, denn er stellte ein neues mögliches Bauvorhaben vor. Georg Pullmann würde das rund 1 000 Quadratmeter große Grundstück an der Bahnstraße neben der Hegemag-Altenwohnanlage kaufen, wenn es hierfür einen projektbezogenen Bebauungsplan gäbe. Eine erste Planung geht von neun bis zwölf Wohneinheiten aus. „Die Bahntrasse muss offen gehalten werden“, betonte Chris Kowal (SPD). Dennoch gaben die Ausschussmitglieder mehrheitlich grünes Licht für dieses Vorhaben, da es sich ja lediglich um einen Vorentwurf handele.

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