„Kampagne der Pharmaindustrie“

Derzeit wird mehr über eine Zweiklassenmedizin als über eine drohende Epidemie debattiert. Lediglich ein Fünftel der Deutschen will sich einer Befragung des Instituts Forsa zufolge gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Unsere Mitarbeiterin Ulrike Bernauer hat in Zimmern nachgefragt.

Heinz-Dieter Langer,Handelsvertreter aus Groß-Zimmern, weiß noch nicht, ob er sich impfen lassen wird.

Heinz-Dieter Langer

„Ich habe mich die letzte Zeit mit dem Thema beschäftigt, aber es gibt noch so viele Unklarheiten. Heute morgen habe ich im HR 3 gehört, dass in Amerika mit den Impfungen begonnen wurde, und dass da in manchen Gegenden ein solcher Ansturm war, dass nach 90 Minuten der Impfstoff alle war. Keine Ahnung, wie es bei uns hier weitergehen wird. Auch deshalb bin ich unschlüssig.“ „Ich bin geimpft gegen die Grippe und gegen Lungenentzündung und das mache ich jetzt nicht mehr“, erklärt Anneliese Unrath(80). Die Zimmernerin fragt sich, ob das für sie noch Sinn hat. Mit ihrem Hausarzt hat sie noch nicht geredet.

Katrin Rigatelli will sich nicht impfen lassen. Die 27-jährige Arzthelferin sagt: „Ich bin der Meinung, dass die Schweinegrippe genauso gefährlich ist wie die normale Grippe. Die Nebenwirkungen sind noch nicht erforscht und deshalb ist mir das Risiko zu groß.“ Auch ihre Kinder will sie deshalb nicht impfen lassen.

Das ist mir nicht sicher genug

Georg Riehle

„Gegen die normale Grippe lasse ich mich wahrscheinlich impfen, gegen die Schweinegrippe nicht. Das ist mir nicht sicher genug“, sagt Georg Riehle. Zum anderen, sei unklar, ob es notwendig ist, erklärt der 72-Jährige. „Bei der Impfung gegen die normale Grippe gibt es einen extra Impfstoff für Ältere, der ein bisschen anders zusammengesetzt ist. Das hat bei mir prima funktioniert.“ Erich Müllerist aus Oberfranken zu Besuch bei der Enkelin. Auch er will sich nicht impfen lassen. „Ich habe mich noch nie gegen Grippe impfen lassen und die derzeitige Diskussion bestärkt meine Meinung. Zum einen gibt es unterschiedliche Impfstoffe, zum anderen halte ich es für eine groß angelegte Kampagne der Pharmaindustrie, die daran verdient.“ Seine Ehefrau Elke Müller sagt: „Ich habe mich gegen die normale Grippe impfen lassen, da war ich hinterher kränker als ohne Impfung.“

Katrin Rigatelli

Unschlüssig ist Manfred Dierschel: „Man ist sich noch nicht so ganz im Klaren über die Nebenwirkungen“, sagt der 64-jährige kaufmännische Angestellte. Er will in diesem Jahr erst noch weitere Informationen abwarten. Gerhard Kirchbergerwill sich hingegen impfen lassen. „Wenn ich eine normale Grippe habe, schneide ich schon immer sehr schlecht ab, mit fürchterlichen Kopfschmerzen. Darum denke ich, warum nicht?“, sagt der 55-jährige Diplom-Ingenieur. Der Zimmerner lässt sich normalerweise nicht gegen die übliche Grippe impfen: „Aber wenn es mich dann trifft, ist es einfach schlimm.“

Rubriklistenbild: © pixelio.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare