Die Liebe führte sie zusammen und machte Zimmern zur neuen Heimat

Karin und Karl Daab sind seit 50 Jahren ein Paar

Bu: Seit über 50 Jahren ein Paar: Karl und Karin Daab feiern Goldene Hochzeit. - Foto: Friedrich

GROSS-ZIMMERN - Am 21. Dezember vor 50 Jahren gaben sich Karin und Karl Daab im Standesamt des Glöckelchen (damals Rathaus) das Ja-Wort. Von Ursula Friedrich

Die Hochzeitsnacht mussten die Jungvermählten jedoch noch abwarten. „Erst nach der Trauung in der evangelischen Kirche am 22. Dezember durften wir zusammen ziehen“, erinnert sich Karl Daab schmunzelnd.

Dass es ihn einmal in der Gersprenzgemeinde halten würde, hätte der gebürtige Groß-Bierberauer im Leben nicht gedacht. Als Halbwaise landete er mit neun Jahren in Groß-Zimmern. „In der Grundschule, wo Zimm"nerisch gesprochen wurde, habe ich kein Wort verstanden. Damals beschloss ich: in diesem Kaff bleibe ich nicht!“ Als er mit 19 Jahren einer hübschen jungen Frau im Petticoat begegnete, war es jedoch um sein Herz und diesen Entschluss geschehen. „Sie hat mich ignoriert!“, schmunzelt der 73-Jährige. Da beschloss er: „Die muss ich haben.“ Dass die Ignoranz lediglich der Eitelkeit seiner Angebeteten zu verdanken war, wusste er nicht. „Ich hätte eigentlich meine Brille aufsetzen müssen“, lacht Karin Daab heute. Damals zarte 16 Jahre alt, wollte sie das nicht.

50 Jahre sind die beiden seit ihrer Trauung inzwischen gemeinsam durch Dick und Dünn gegangen. Haben Schicksalsschläge verkraften müssen, wie den frühen Tod der an Mukoviszidose erkrankten Tochter Heike. Sohn Harald ist in höherenrLaufbahn bei der Polizei.

Trotz anfänglicher Bedenken, ob ein Leben in Groß-Zimmern möglich wäre, hat sich Karl Daab nicht nur integriert, sondern in herausragender Weise in seiner heutigen Heimatkommune sowie im Kreis Darmstadt-Dieburg ehrenamtlich engagiert.

26 Jahre lang war er Vorsitzender des DGB-Ortskartells. 1968 trat er in die hiesige SPD ein und ging den Sozialdemokraten 16 Jahre lang als Parteichef vorweg. Im Gemeindeparlament saß er von 1968 bis 76, und amtierte von 1993 bis 2005 als Erster Beigeordneter der Gemeinde zur rechten Hand von Bürgermeister Dieter Emig.

Der gelernte Kfz-Elektriker nahm auch bei seinem späteren Arbeitgeber „Mercedes“ soziale Verantwortung ernst. 25 Jahre lang (von 1964an) saß er im Betriebsrat des Arbeitgebers, war stellvertretender Vorsitzender, zeitweise auch im Vorstand des Kreisvorstands. Karl Daab engagierte sich darüber hinaus acht Jahre lang als Richter am Hessischen Finanzgericht in Kassel sowie ebenfalls über je acht Jahre als Schöffe am Arbeitsgericht in Darmstadt und im Amtsgericht Dieburg. Stets war ihm Ehefrau Karin eine treue Begleiterin, wenn es galt, repräsentative Pflichten wahrzunehmen.

Gemeinsam pflegen die beiden rüstigen Jubilare viele Hobbies: Radfahren, saunieren, Billard spielen und die regelmäßigen Reisen nach Bad Füssingen. Karin Daab ist ein großer Sportfan, fiebert beim Fußball mit (besonders gerne bei Eintracht-Spielen), liebt Wintersport und Boxen.

Karl Daab stellt weiterhin einen Teil seiner Freizeit in den Dienst seiner Mitmenschen. Als Patientenfürsprecher ist er jeden Mittwoch im Kreisklinikum in Groß-Umstadt für die Belange von Patienten da. Als Mitbegründer der „AG Jugend und Zukunft“ ist er bemüht, jungen Menschen den Start in das Berufsleben zu erleichtern.

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