Kartoffeln lösen Orgelwein ab

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Die Orgelpfeife geht weiter. Statt Orgelwein gibt es nun Orgelkartoffeln. Es freuen sich Klaus Wörtche (von links), Hildegard Edling, Pfarrer Christian Rauch, Jörg und Jasmin Dressel, Gerhard Edling und Manfred Göbel.

Groß-Zimmern (bea) - In neue Hände kam die alte verbeulte Orgelpfeife. Die Metallpfeife bietet mittlerweile einen so traurigen Anblick, dass Gerhard Edling das alte Stück am liebsten mal ausgebeult hätte.

Auf das Ausbeulen hat Getränkehändler Edling zwar verzichtet, aber den Orgelförderverein mit einem Scheck näher an eine neue Orgel gebracht. 750 Euro spendeten Gerhard und Hildegard Edling aus dem Verkauf des extra aufgelegten Orgelweins.

Die Staffel ging nun weiter an Jörg und Jasmin Dressel, die ab jetzt von jedem verkauften Pfund Kartoffeln einen Obolus für die Orgel zurücklegen werden. Viele Gäste kamen zur Übergabe in die Getränkehandlung Edling.

Kartoffeln als Mitbringsel nicht ganz so gut

So einige Zimmerner werden dem Orgelwein wohl nachtrauern, allen voran Pfarrer Christian Rauch, der den Wein gerne verschenkte. Kartoffeln machen sich als Mitbringsel und Präsent nicht ganz so gut.

Rauch freute sich hingegen über den Scheck, genauso wie der Fördervereinvorsitzende Manfred Göbel. Der überreichte an das Ehepaar Edling die Luxus-Mahagonie-Ausführung der kleinen Orgel, die es nirgends zu kaufen gibt, als Dank. Eine erfreuliche Nachricht gab es von Göbel auch, bei den Spenden ist die 90.000-er Marke geknackt. Rechner Helmut Kriha gab mit 92.030,62 Euro auch gleich den aktuellsten Stand bekannt.

Kirchenkabarett im Herbst

Jetzt setzen die Mitglieder des Orgelfördervereins aber nicht nur auf den massenhaften Kauf von Kartoffeln in Dressels Gemüseladen; um den Spendenstand hoch zu treiben, sind weitere Aktionen geplant. Im Herbst wird wieder die Latwerje gerührt und verkauft und im Pfarrzentrum wird es ein Kirchenkabarett geben. Auf dem Adventsmarkt will der Förderverein zum ersten Mal mit einem Stand vertreten sein und Göbel will einen Groß-Zimmerner Sprachführer veröffentlichen. „Der soll den Zugezogenen den Dialekt beibringen und den Alteingesessenen die Grammatik“, lachte Göbel.

Bestellung Mitte nächsten Jahres angepeilt

Auf Grund dieser vielen Aktionen ist Göbel zuversichtlich, dass man in der Mitte des nächsten Jahres die neue Orgel bestellen kann, rund 160.000 Euro an Kapital, also Zweidrittel des Gesamtpreises für die neue Orgel sind dafür erforderlich.

„Kauft viele Kartoffeln“ so der Aufruf an die Bevölkerung und dass der Erdapfel durchaus auch eine Köstlichkeit sein kann, wurde am Übergabeabend bewiesen. Gerhard Edling hatte hierfür nämlich auch eine äußerst delikate Kartoffelsuppe gezaubert.

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