Vortritt für die Jüngsten

Kirchenmusikverein begeistert mit Frühjahrskonzert

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Das große Orchester und das Jugendorchester spielten auch zwei Stücke gemeinsam.

Klein-Zimmern - Der Katholische Kirchenmusikverein Klein-Zimmern (KKM) tut viel für seine Jugend, das konnten die Besucher des Frühjahrskonzerts am Samstagabend in der Halle des St. -Josephshauses feststellen.

Die erste Hälfte des Abends wurde von den jungen und ganz jungen Bläsern bestritten. Darauf hatten sich viele Zuhörer aber auch ganz offensichtlich gefreut, denn das Konzert war ausverkauft.

Die älteren Bläser ließen den Jüngeren beim Frühlingskonzert des KKM den Vortritt. So gab es großen Applaus, als zuerst die Mädchen und Jungen der Bläser-AG und des Vororchesters die Bühne betraten. Die jüngsten Bläser – viele haben kaum zwei Jahre Instrumentenerfahrung – hatten sich mit fünf Stücken gerüstet.

Noah Richarz, gerade der Bläser-AG entwachsen, aber bereits Mitglied des Vor- und des Jugendorchesters, übernahm zusammen mit Leonard Götz die Moderation. Er erklärte auch, welche Funktion das Vororchester hat: Es soll zwischen der Bläser-AG und dem Jugendorchester stehen und die neuen Bläser auf das Jugendorchester vorbereiten. Ein wenig scheinen die Jüngsten, oder vielleicht auch Dirigent Thomas Martin, der sämtliche Stücke von allen drei Orchestern leitete, in Italien verliebt zu sein. „Capriccio Italien“ hieß eines der Stücke des Vororchesters, mit „Italian Carousel“ schlossen die jüngsten Bläser.

Das Jugendorchester enttäuschte das Publikum erst einmal. Kaum hatte es auf den Stühlen auf der Bühne Platz genommen, erhoben sich alle Musiker wieder und schritten die Bühnentreppe herab. Ausgestattet mit Luftschlangen und Papiertröten marschierten sie dann durch die Zuschauerreihen und verteilten großzügig die Luftschlangen. Als sie ein zweites Mal die Bühne betraten, nahmen sie nicht nur Platz, sondern griffen auch tatsächlich zu den Instrumenten.

Auch beim Jugendorchester führte Richarz sachkundig durch das Programm. „Die einzelnen Teile von Cloudius der Wolkenmann sind so kurz, dass Komponist Thiemo Kraas sie Miniaturen nannte“, erklärte der junge Moderator. Bei den Miniaturen Wind, Sturm, Regen, Sonne und Schnee musste das Publikum also genau zuhören, um sie unterscheiden zu können.

Die Zugabe – alle drei Orchester durften natürlich nicht ohne ein zusätzliches Stück von der Bühne – war ein besonderes Schmankerl für das Publikum. Maren Borbonus, Lea Palmy und Katrin Kohls schleppten einen Tisch auf die Bühne, setzten sich darauf und rüsteten sich für das Stück „Lollipop“, bei dem sie mit den Händen rhythmisch mitklatschten, mit Lutschern aus. Wem unter den Zuschauern nun der Mund wässrig geworden war, der hatte gute Chancen auf einen „Lollipop“ – Borbonus ging anschließend durch die Reihen und verteilte Lutscher.

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Dann wurde es voll auf der Bühne. Denn neben den jungen Musikern des Jugendorchesters nahmen die Erwachsenen Bläser und Schlagzeuger Platz. Zwei Stücke von Ted Huggens, „The happy Cyclist“ und „Give us Peace“, brachten die beiden vereinten Orchester zu Gehör. Überraschungen boten auch diese beiden Stücke. Denn während beim ersten Andreas Schneider und Jan Jasinski ein Trompetensolo spielten, letzterer vom anderen Ende des Saales, gab Borbonus ein Solo ganz besonderer Art. Sie glänzte, wie Dirigent Martin erklärte, „an der Soloklingel“.

Das dazugehörige Fahrrad hatten der Dirigent und die junge Dame vorher auf die Bühne gewuchtet. Das große Orchester, fachkundig moderiert von Thomas Schwinn, zeigte dann einen Querschnitt durch sein breit gefächertes Programm. Los ging es mit einem klassischen Stück für Bläserorchester: In Klein-Zimmern schlugen die Herzen zeitweise etwas anders, nämlich im Rhythmus des „Mährischen Herzklopfens“, einer Polka von Alexander Pfluger. Freunde der eher moderneren Musik kamen ebenso wie die Traditionalisten auf ihre Kosten. „Best of Phil Collins“ hatten die Bläser in ihr Programm aufgenommen, aber auch ein „Eighties Flashback“. (bea)

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