Vom Kellerkind zum Unternehmen

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Gut aufgehoben sind die Grundschulkinder bei der betreuten Grundschule „Pfiffikus“, hier in den Räumen in der Friedensschule, in denen die Elterninitiative vor zwölf Jahren begann.

Groß-Zimmern (bea) Die Kinder und Betreuerinnen des Schülerladens „Pfiffikus“ freuen sich, dass sie zurück ins Jugendzentrum (JUZ) können. Das JUZ ist nach den Umbauarbeiten (wir haben berichtet) nun soweit wieder hergestellt, dass wenigstens die betreuende Grundschule zurück in ihr „Zuhause“ kommen kann.

Seit Montag sind die Pfiffiküsse der Schule im Angelgarten (SiA) nicht mehr bei der Feuerwehr. „Wir sind der Feuerwehr sehr dankbar, dass sie uns so kurzfristig und unkompliziert Räume zur Verfügung gestellt hat“, sagt Bettina Feldhausen-Henz, Vorstandsfrau der betreuenden Grundschule. Die Ausweichräume lagen somit sehr nah an der Schule, ohne diese Lage wäre die Organisation der Betreuung ein echtes Problem geworden. „Die Kinder hätten dann hierher in die Friedensschule kommen müssen, was uns vor immense Platz- und Wegeprobleme gestellt hätte. Die Schüler der ersten Klassen müssen auf ihrem Weg begleitet werden und hier ist es sowieso schon beengt“, sagt Feldhausen-Henz und zeigt in den Saal.

Vier Räume unter anderem im Keller der Friedensschule, wo man vor zwölf Jahren begann, hat der Pfiffikus mittlerweile. Die müssen für über 70 Kinder reichen. Funktionsräume wie einen Ruhe- oder Bastelraum oder Platz zum Toben gibt es nicht. „Davon können wir bis jetzt nur träumen“, seufzt Bärbel Rauchschwalbe, ebenfalls Vorstandsfrau der ersten Stunde. Dabei sind die Vereinsaktiven schon froh, in der Schule vier Räume zu haben.

Rund 117 Kinder werden betreut

Diesen Luxus hat der Pfiffikus seit knapp einem Jahr, weil Schulleiter Axel Pucknat gesehen hat, dass die Räume für die Mittagsbetreuung völlig unzureichend waren. Hinzu kam, dass es durch gesunkene Schülerzahlen mehr Platz an der Grundschule gab. Insgesamt 117 Kinder betreut der Pfiffikus zurzeit an drei Standorten. Neben der Friedensschule und den Räumen im JuZ gibt es noch eine Zweigstelle in der Mehrzweckhalle.

Zwischen zwei Betreuungsmodulen können Eltern wählen: Zum einen wird eine Betreuung von 7 bis 9.30 Uhr und von 11 bis 14 Uhr geboten, Modul II beinhaltet ebenfalls die Morgenbetreuung, am Nachmittag können die Kinder jedoch bis 16 Uhr bleiben. Ursprünglich war der Pfiffikus eine Elterninitiative, die Betreuungsarbeit im Keller der Friedensschule wurde, zumindest teilweise, von den Eltern geleistet.

Gesicherte Finanzierung wäre wünschenswert

Inzwischen ist es ein recht stattlicher Dienstleistungsbetrieb mit 17 Mitarbeiterinnen. Die Verwaltung, die in den ersten Jahren ausschließlich ehrenamtlich geleistet wurde, hat der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) übernommen

Wünschen würden sich die Vereinsfrauen für die Zukunft eine gesicherte Finanzierung. Ein Konzept für die Nachmittagsbetreuung der Kinder unterschiedlicher Altersgruppen fänden Rauchschwalbe und Feldhausen-Henz auch wichtig.

Hessisches Ganztagsprogramm begrüßt

Deshalb unterstützen sie auch die Betreuungskonferenz, die von der Gemeinde ins Leben gerufen wurde und bei der neben Jugendpfleger Tom Hicking, Vertreter aus Kindergärten und Schulen, aus Einrichtungen, Initiativen und Vereinen gemeinsam ein Betreuungskonzept für den Nachwuchs in Groß-Zimmern entwerfen.

Dass die Friedensschule ab 2011/12 in das hessische „Ganztagsprogramm nach Maß“ aufgenommen wurde (wir haben berichtet) begrüßen die Frauen. „Was sich dadurch für uns alles ändern wird, ist noch offen. Wir planen seit einiger Zeit zusammen mit der Schulleitung und dem ASB.“

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