Traditioneller Kerbgottesdienst

Ökumenisches Kirchenfest mit Integrationskraft

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Pfarrer Markus Konrad hielt die Predigt für die Kerbborschte des Jahrgangs 1994/95.

Groß-Zimmern - „Achtet darauf, dass der Geist der Kerb nicht erlahmt“, diesen Wunsch gab Pfarrer Markus Konrad am Samstag beim Kerbgottesdienst in der katholischen Kirche den rot-weißen Kerbborschte mit auf den Weg. Von Ulrike Bernauer 

Gefeiert wurde der besondere Gottesdienst in der katholischen Kirche. Da die Kerb der Ökumene verpflichtet ist, stand der evangelische Pfarrer Michael Fornoff Pfarrer Konrad zur Seite. Konrad hielt seine Predigt auf Zimmnerisch, ein doch ungewohnter Zungenschlag bei den Pfarrern, die meist nicht in der Gersprenzgemeinde aufgewachsen sind und folglich nicht wie Konrad das Kerbborschtedasein aus eigener Erfahrung kennen. Das erste Bild der Predigt ist wohl eher ein Albtraum für fast jeden Kerbfan. „Stellen Sie sich vor, alles ist auf dem Roten Platz und in der Mehrzweckhalle am Feiern und Thomas Beutel kommt und sagt, es gibt keinen Alkohol mehr“. Der leibhaftige Beutel schlug in der Kirchenbank die Hände über dem Kopf zusammen und wollte sich wie viele in der Gemeinde so etwas nicht vorstellen.

Konrad wollte den Zimmernern allerdings nicht das Bier wegnehmen, sondern den Blick auf andere Aspekte der Kerb lenken. „Kerb ist Kirchweih-Tradition“, erinnerte daran, welche Opfer die Vorväter gebracht haben, um ein „stolzes, repräsentatives Gotteshaus in der Mitte einer Gemeinde errichten zu können. Sie waren stolz, dass nicht nur die Dieburger oder die Klein-Zimmerner eine Kirche hatten.“ Auch heute noch fänden wichtige Ereignisse wie Taufen oder Hochzeiten in der Kirche statt, aber auch so manche Träne werde vergossen.

Kerb in Groß-Zimmern

Kerb in Groß-Zimmern

Besondere Bedeutung besäßen die Gotteshäuser aber auch wegen ihrer Integrationskraft, die ebenso für das Fest der Kirchweih gelte. Feiern würden nicht nur die „Ur-Zimmerner“ sondern auch Eingeplackte. „Ihr feiert sogar mit den Dieburgern, die rüber kommen. Wir haben bis jetzt den Geist der Kerb bewahrt, geht gut damit um“, so Konrad. Auch in den Fürbitten, der Kerbborschte verschiedener Jahrgänge, unter anderem des Goldenen Kerbborscht Manfred Dirscherl und einem Kerbmädchen, spielten Gemeinsamkeit und Fürsorge eine große Rolle. Der rot-weiße Kerbborscht Lukas Ruzzini bat beispielsweise „um Verständnis füreinander, für die Unterschiedlichkeit unserer Lebensideen und Lebensentwürfe.“ Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von Chorus Line und dem evangelischen Posaunenchor.

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