Generationenübergreifende Charakter

Väter und Söhne auf dem Platz beim Kerbborschte-Turnier

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Groß-Zimmerner „Ultras“: Unterstützung erhalten die Rot-Weißen vom Jahrgang 1998/99 stilecht von einem anderen rot-weißen Jahrgang.

Groß-Zimmern - Das wichtigste Ereignis im Jahr, die Zimmerner Kerb, steht vor der Tür. Vorher aber messen sich Kerbborschte diverser Jahrgänge auf dem grünen Rasen.

Rot, Grün und Blau sind am Samstag die vorherrschenden Farben auf dem Sportplatz. Kein Wunder, das Fußballturnier der Kerbborschte wird ausgetragen. Organisiert hat es der Jahrgang 90/91, der folglich auch nicht mitspielen kann. Die blauen Kerbborschte sind ein wenig in Unterzahl, lediglich der Jahrgang 1992/93 ist angetreten. Ein wenig blauer wird es auf dem Platz durch den Athletenverein. Bislang wurde das Fußballturnier grundsätzlich nur von Kerbborschte-Mannschaften bestritten, zum ersten Mal wird es nun für Vereine geöffnet.

Kraftsportler Friedrich Mockenhaupt nimmt ebenso wie seine Mannschaftskollegen zum ersten Mal an dem Turnier teil. Er ist durch eine Verletzung außer Gefecht gesetzt und kann das Geschehen nur von außen beobachten. „Wir haben viele Verletzte und deshalb vermute ich, dass wir nicht ins Finale kommen, weil wir keine Auswechselspieler mehr haben“, sagt Mockenhaupt, der trotzdem das Turnier genießt. Mit seiner Vermutung hat er recht, das Spiel um den Eintritt ins Finale verlieren die Athleten, aber Platz drei holen sie immerhin.

Die grün-weißen Kerbborschte 2013 haben das Kerbborschte-Turnier gewonnen.

Das Finale bestreiten am späten Samstagnachmittag der Kerbjahrgang 2013 gegen die ganz Neuen, die eigentlich noch keine Kerbborschte sind, sondern sich im Endspurt zu ihrer Kerb 2017 befinden. Vor kurzem richtete der rot-weiße Jahrgang 1997/98 das Minigolfturnier aus, heute steht der Jahrgang auf dem Platz und hat es bis ins Finale geschafft. Im Endspiel zeigen sich die Älteren vom Jahrgang 1993/94 überlegen. Am Ende der ersten Hälfte, die mit sieben Minuten kurz ist, haben die Grünen drei Treffer erzielt. Kurz nach dem Wiederanpfiff gelingt den Rot-Weißen der Anschlusstreffer. Die Hoffnung wird aber bald zunichte gemacht, als die Grün-Weißen das vierte Tor schießen. So sieht auch der Endstand aus, der Kerbjahrgang 2013 gewinnt das Turnier und nimmt den Wanderpokal mit.

Den hätten die Blau-Weißen gerne behalten, sie hatten ihn in den vergangenen zwei Jahren errungen, bei einem Sieg bei diesem Turnier hätten sie ihn auf Dauer behalten können.

Bilder zum Abschluss der Kerb

Auffällig ist bei diesem Turnier, das praktisch nur junge Mannschaften auf dem Platz sind. Insgesamt nehmen einschließlich der Athleten neun Teams teil. „Wir haben früher regelmäßig mitgespielt“, erinnert sich Thomas Engelhardt vom Jahrgang 1966/67, „und wir haben das Turnier auch achtmal gewonnen, aber irgendwann ist es auch mal vorbei.“ Heute sind die Herren vom Jahrgang, Engelhardt hat noch ein paar Jahrgangskollegen mitgebracht, hauptsächlich da, um die Söhne anzufeuern. Robert Klober beispielsweise freut sich, dass sein Sohn Jannik in seine Fußstapfen tritt. Jannik gehört zum rot-weißen Jahrgang 1997/98, der sich gerade auf seine Kerb vorbereitet. Erinnerungen an die eigenen Erfolge werden wach, nicht nur beim Zuschauen, sondern auch bei der Musik. Der Sommerhit „Macarena“ war gerade hochaktuell, als die nunmehr älteren Kerbborschte ihre Hochzeit hatten.

Bilder: Kerb in Groß-Zimmern

„Wir nehmen regelmäßig am Turnier teil“, sagt Philip Heinz vom Jahrgang 1988/89. Er hat Verständnis dafür, dass die älteren Jahrgänge sich vom Turnier zurückgezogen haben. „Im Alter muss das nicht mehr sein, aber wir sind noch viel zu sportlich unterwegs.“ Eigentlich hatte sich sein Jahrgang vorgenommen, dieses Jahr mal den Pokal mit nach Hause zu nehmen. „Der Ehrgeiz war da, aber wir haben auch aufgepasst, dass sich keiner von uns verletzt.“ Auch wenn Heinz nicht zum Siegerteam gehört, Spaß hat es trotzdem gemacht, und noch ist das Turnier für seine Mannschaft ein Muss. (bea)

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