Thomas Beutel: „So weit musste es ja mal kommen“

Kerblager abgesagt

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Gespräch mit Thomas Beutel und Bürgermeister Achim Grimm über Vorbereitungen für die Kerb Mit Gummibärchen trösten sich der Kerbvereinsvorsitzende Thomas Beutel (links) und Bürgermeister Achim Grimm über das Fehlen eines Kerblagers hinweg.

Groß-Zimmern - Die Kerb naht und die Durchführung des Festes will gut geplant sein. Besonders die Sicherheitsvorkehrungen beim Jugendschutz haben sich in den letzten Jahren bewährt. Von Gudrun Fritsch 

LA-Redakteurin Gudrun Fritsch hat mit Bürgermeister Achim Grimm und dem Vorsitzenden des Kerbvereins, Thomas Beutel, über die aktuellen Maßnahmen gesprochen.

Wie sieht es mit den Genehmigungen an Kerb aus?

Grimm: Für alle Gaststättenbetriebe und die Feier auf dem Platz gilt eine Genehmigung nach dem Gaststättengesetz. Darin wird die Sperrzeit vom 22. bis 26. August auf 4 Uhr festgesetzt, bei der Außenbewirtung auf 2 Uhr. Für den Musikbestrieb in geschlossenen Räumen ist um 3 Uhr schluss, im Freien bereits um 1 Uhr. Das gilt von Freitag bis Dienstag, auch auf dem Rathausplatz und in der Mehrzweckhalle.

Beutel: Mit den Anwohnern haben wir uns auch im letzten Jahr problemlos geeinigt. Das Konzept ist inzwischen sehr gut ausgearbeitet und wir sind ein verlässlicher Partner.

Wie werden die Regeln angenommen?

Grimm: In der Gemeinde haben sich die Vorkehrungen eingespielt. Für die Wirte ist alles klar festgezurrt. Die Vorschriften für den Jugendschutz sind bekannt. Wenn sich jemand nicht an die Regeln hält, wird dies angezeigt. Die Gastronomiebetriebe werden explizit auf die Verordnungen hingewiesen und es gibt entprechende Kontrollen, auch von der Polizei in Dieburg.

Beutel: Der Sicherheitsdienst ist am Samstag mit rund 16 Leuten im Einsatz. Allein das kostet 4 000 Euro. Außerdem sind DRK-Helfer vor Ort. Das Bändchen-System hat sich bewährt und wurde noch verfeinert. Die Nachbesprechungen mit dem Roten Kreuz haben gezeigt, dass es auf dem Platz kaum Probleme gab, sondern eher außerhalb. Da kann der Kerbverein nicht alle Brennpunkte abdecken, man muss einen Konsens finden. Das muss ja auch alles finanziert werden. Einnahmequellen sind hauptsächlich die Festschrift, und natürlich die Eintrittsbändchen sowie andere Kerbutensilien. Aktuell sind 2 800 Bändchen im Verkauf.

Gibt es eine Zentrale?

Beutel: Das Team vom Kerb-Organisations-Ausschuss (KOA) ist diesmal nicht im Chorraum der Mehrzweckhalle, sondern im Raum der Tischfußballer (ehemals Schülerladen Pfiffikus). So ist man dichter am Geschehen und der Vereinsvorsitzende Josef Coy ist sehr kooperativ.

Grimm: Das DRK ist stationär in der Fahrradgarage am Rathaus (Jahnstraße) untergebracht und die Mitarbeiter machen zudem Streifgänge. Die Feuerwehr ist am Samstag und Sonntag im Einsatz. Den Bereitschaftsdienst der Zimmerner übernehmen an den Festtagen die Kollegen aus Roßdorf/Gundernhausen und im Notfall auch die Dieburger. Diese Art der interkommunalen Zusammenarbeit hat sich bei den großen Festen bewährt. Schließlich waren und sind viele Feuerwehrleute auch Kerbborschte. Sie wollen selber feiern und aktiv am Fest teilnehmen. Die Partnerfeuerwehr aus Mühlanger wird beim Umzug mitlaufen. Am Sonntag ist wohl auch der freiwillige Polizeidienst im Einsatz. Und natürlich ist die Feuerwehr bei der Verbrennung am Dienstag dabei.

Was ist mit den Toiletten?

Grimm: Nach der Erfahrung vom letzten Jahr wird es diesmal vor allem für die Frauen noch einen weiteren Toilettenwagen geben. Neben den Räumlichkeiten in der Mehrzweckhalle wird ein WC-Wagen am Sportlereingang der Halle stehen und ein zweiter an den großen Pflanzbeeten in der Kreuzstraße.

Gibt es sonst Änderungen im Vergleich zu 20013?

Beutel: Neu in diesem Jahr ist das einheitliche Gläserpfand. Jedes Glas kostet jetzt zwei Euro. Das ist mit allen Wirten so geregelt, auch auf dem Platz und in der Halle. Es wird keine Dumpingpreise geben.

Grimm: Das mit den Pfandmarken ist eine sehr gute Sache. Die meisten Jahrgänge haben es inzwischen so geregelt, dass in der Gruppe einer die Kasse hat und der zahlt dann für alle. Das wird mit dem Einheitspreis wesentlich einfacher.

Was ist mit dem Kerblager?

Beutel: Ganz aktuell muss ich mitteilen, dass das Zelt vom Jahrgang abgesagt wurde. Erst am Montag hatte der Gemeindevorstand auf Antrag die Einrichtung des Kerblagers an der Kläranlage genehmigt. Jetzt haben die Kerbborschte entschieden, darauf zu verzichten. In den letzten Jahren gab es bereits viele Vorkommnisse. Und jetzt das. So weit musste es ja mal kommen. Eine Handvoll Leute ist vor allem in den sozialen Netzwerken mit Einschüchterungen zu weit gegangen.

Grimm: Ich finde das sehr traurig. Die Spiele müssen fair bleiben, sonst schadet man dem Fest. Man muss Grenzen respektieren, besonders auch als Kerbborscht.

Weiß man, wer das macht?

Beutel: Es handelt sich dabei nie um einen ganzen Jahrgang. Ich halte diese Leute für große Selbstdarsteller, die nichts für das Fest gemacht haben, sondern ihm nur schaden. Mit denen kann man meistens 360 Tage im Jahr ganz normal reden.

(Zum Trost bietet der Bürgermeister aus einer Dose Gummibärchen an.)

Grimm: Ich habe leider nur Rote und Grüne, aber keine Blauen. Gelächter).

Und wo feierern Sie?

Grimm: Am Freitag wird bei mir zu Hause das Fahne hissen gefeiert. Anschließend gehe ich mit meier Frau zu Jost Scharna in die Lebrechtstraße. Am Samstag bin ich natürlich beim Gottesdienst dabei. Zum Umzug am Sonntag hat wieder Elfriede Burger eingeladen. Bei ihr werden sich auch Landrat Klaus Peter Schellhaas, Manfred Pentz (MdL) sowie die Bundestagsmitglieder Patricia Lips (CDU) und Jens Zimmermann (SPD) das bunte Treiben anschauen.

Beutel: Ich bin von früh bis spät überall im Einsatz. An Kerb schlafe ich immer nur wenige Stunden. Die KOA-Zentrale muss mit sieben Leuten auch rund um die Uhr besetzt sein. Da ist immer jemand im Festbüro.

Im Anschluss an das Gespräch tauschen beide Informationen aus und vergleichen die Telefonnummern auf einer Liste, die alle Einsatzkräfte erhalten.

Kerb mit Festumzug 2013

Kerb mit Festumzug

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