Kerb in Klein-Zimmern

Mit kupfernem „T“ davon getuckert

+
Klein-Zimmern feiert Abschied von der Kerb Der Kerbhut ist abgesenkt und wird nun in sein Winterschlafquartier gebracht.

Klein-Zimmern - Die Klein-Zimmerner hätten ihre Kerb wohl gerne noch weitergefeiert, aber auch das schönste Fest ist mal rum. Krokodilstränen, wie bei der Kerbpuppenverbrennung in Groß-Zimmern, gab es jedenfalls nicht zu vermelden. Von Ulrike Bernauer

Am Dienstagabend traf sich der harte Kern der Kerbfeierer noch einmal auf dem Platz beim Feuerwehrhaus, der schon wieder sein alltägliches Gesicht angenommen hatte. Kein Karussell, keine Schiffschaukel und auch kein Süßigkeitenstand erinnerte mehr an die Kerb. „Schon Mittags war alles weggeräumt“, erklärte Joachim Köbel, nicht nur die Fahrgeschäfte waren verschwunden, auch die Klein-Zimmerner hatten den Platz in seinen „normalen“ Zustand versetzt. So mancher wird auch froh gewesen sein, dass es nun bis zum nächsten Jahr eine Atempause gibt. Einer der Musiker des Katholischen Kirchenmusikvereins (KKM) deutete brennende Lippen an, schließlich hatte der KKM drei Tage ordentlich die Backen aufgeblasen. Dank dafür gab es von Josef Coy.

Ihm fiel es sichtlich schwer, die Kerburkunde an den Vorsitzenden des Kultur- und Kerbvereins (KuK), Walter Götz, zurück zu geben. Denn wenn Walter Götz und Joachim Köbel mit dem kupfernen „T“ auf dem kleinen Traktor davon getuckert sind, dann ist die Klein-Zimmerner Kerb tatsächlich rum.

Das „T“, in dem die Kerburkunde verwahrt wird, soll angeblich auf einem Acker vergraben werden, so vermelden es die Klein-Zimmerner Legenden. Vorher wurde von den Kerbborschen noch der Kerbhut abgesenkt und in einer Garage verstaut, das Licht der Öffentlichkeit wird auch er erst im nächsten Jahr, zur Kerb 2014, wieder erblicken.

Die Klein-Zimmerner Nationalhymne, das Geißenlied, wurde gleich zweimal geschmettert, einmal auf Platt und einmal in Hochdeutsch. Wobei mancher Bürger ganz erstaunt feststellte, „oh mein Nachbar kann ja nicht nur platt“. Allerdings hörte sich das Lied in Dialekt sehr viel authentischer an, offensichtlich gelingt es den Klein-Zimmernern besser, ihre Gefühle in Platt auszudrücken.

Kommentare