Kerbtaufe, die sich gewaschen hat

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Feucht-fröhliches Ereignis rund um die Zimmerner Kerb: Die Borschte 2010 wurden im „Gailsloch“ dem Ritual der Kerbtaufe unterzogen.

Groß-Zimmern ‐   Das größte Zimmerner Heimatfest wirft seine Schatten voraus. Am Samstag wurden die 25 angehenden Kerbborschte der Jahrgänge 1990/91 offiziell in die „Kerbgemeinschaft“ aufgenommen. Von Ursula Friedrich

Und das mit einer erfrischend-spritzigen Aktion, die sich sprichwörtlich gewaschen hatte: der „Kerbtaufe“.

Mit großem „Hallo“ mussten die jungen Männer am „Gailsloch“ ein erfrischendes Bad in der Gersprenz nehmen. Und damit war es lange nicht getan. „Mit de griene Schipp gibt's den Ritterschlag“, witzelte Stefan Fedyszin. Der Kerbvadder der Jahrgänge 1965/66 führte mit seinen silbernen Kerbborschte die „Daaf“ durch - mit allem was dazu gehörte. Taufe, Ritterschlag und natürlich die „Schluckimpfung“ mit selbst gebranntem Klaren, so wollte es das Protokoll. Zur Stärkung gab es Gummibärchen in den Farben der Borschte 2010: grün-weiß.

Weil nicht alle Borschte gut zu Fuß waren, wurde sogar ein Schlauchboot in die Gersprenz gelassen - Kerbborschte Dejan empfing nach einem unfreiwilligen Tritt in eine Glasscherbe die Taufe im Boot.

„Mir sin in de Brie - heut owend ham mehr die Brie“, stimmten die gutgelaunten Täuflinge vor applaudierender Menge an.

Kicken beim Kerbborschteturnier

Die „Daaf“ oder „Kerbtaufe“ ist eine relativ junge Gepflogenheit im traditionsreichen Fest. 1998 wurde die Taufe in der Gersprenz als Kerbgag erstmals zelebriert.

„Die Eckpfeiler unseres Heimatfests stehen, aber es kommen immer wieder Nuancen hinzu“, sagte Thomas Beutel, Vorsitzender des Kerbvereins Groß-Zimmern, „davon lebt die Kerb, dass immer wieder etwas Neues eingeführt wird.“

Da blieb manchem Täufling die Luft weg.

Um das größte Fest am Ort zu einer tollen Party zu gestalten, schafft der Verein bereits „auf Hochtouren“. Zur Einstimmung soll es am Wochenende, 14. und 15. August, einmal sportlich zugehen: Beim Kerbborschteturnier muss bewiesen werden, dass nicht nur gefeiert, sondern auch gekickt werden kann.

Die angehenden Kerbborschte, die am Kerbsamstag, 28. August, offiziell ihr Amt antreten, sind jedenfalls bestens gerüstet. Sie halten es mit dem Kultlied der Heimatmusiker Otto und Otto: „Wer eimol in die Gersprenz woar, den bringt so schnell nix im.“

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