134 Kinder in drei Schulen

+
Wie hier in der Schule im Angelgarten waren die Einschulungsfeiern an den Grundschulen sehr gut besucht. Fotos von allen erstenKlassen in Groß- und Klein-Zimmern finden Sie im LA am Samstag.

Groß-Zimmern - Kleine Menschen - ein großer Schritt. Für viele junge Bürger der Gersprenzgemeinde begann am Dienstag ein neuer Abschnitt auf dem Lebensweg: die Karriere als Schulkind. Von Ursula Friedrich

Aufgeregt, meist hochmotiviert, nahmen die ABC-Schützen in den Schulaulen Platz, wo sie von älteren Schulkollegen herzlich begrüßt wurden. Mit Liedern und Gedichten hieß ein Dutzend Zweitklässler die Neulinge an der Geißbergschule in Klein-Zimmern willkomen. 16 Kinder wurden hier am Dienstag feierlich eingeschult – eine gute Zahl für die Zwergenschule, für deren Erhalt sich viele einsetzen.

„Jaaa“, strahlten die Jungen und Mädchen der ersten Klasse beim anschließenden Gruppenfoto vor dem Schulgebäude – und dies war die Antwort auf die Frage, ob die Lehrerin denn nett sei. Bei soviel Vorschusslorbeeren ihrer Schützlinge strahlte auch Pädagogin Agnes Wichmann.

Fünf Lehrer umfasst das Kollegium der Geißbergschule, das ebenfalls einen Neuling in seiner Mitte begrüßt: Carmen Göhler wird künftig als Sportfachfrau, Kunstpädagogin und Lehrerin für den Sachunterricht tätig sein.

Neu ist auch Pfarrer Christian Rauch, der zunächst mit seinem evangelischen Kollegen Michael Merbitz-Zahradnik den Einschulungsgottesdienst zelebrierte. Der katholische Geistliche wird ab diesem Schuljahr in der dritten und vierten Klasse katholische Religion lehren.

Die kleinste Grundschule hat im neuen Schuljahr den Schritt gen Ganztagsschule gewagt – in Kooperation mit der Friedensschule. In Klein-Zimmern wird Betreuung von 7.30 bis 13 Uhr angeboten – in Zeiten, da kein Unterricht auf dem Stundenplan steht, werden Kinder in verschiedenen AGs betreut und gefördert, so Schulleiterin Angelika Klindt. Um 13 Uhr rollt der Bürgerbus mit den Grundschülern zu Mittagessen und Nachmittagsbetreuung Richtung Friedensschule und kehrt nach 16 Uhr zurück. Sechs Klein-Zimmerner Kinder wurden für die Nachmittagsbetreuung beim Pfiffikus des ASB angemeldet.

Betreuende Grundschule ist die Schule im Angelgarten (SiA) längst. Ein Novum ist das modifizierte Angebot, das das selbst für Fachleute schwer durchschaubare Wirrwarr kostenpflichtiger Dienste (Pfiffikus) und staatlich verordneter Betreuungsangebote zum Nulltarif transpartenter und fairer gestalten will. Zum Hintergrund: Um Eltern eine Betreuung zu gewährleisten, wurde vor rund 15 Jahren der Pfiffikus geschaffen, den der ASB kostenpflichtig führt. Inzwischen versucht das Land Hessen Defizite abzubauen und Betreuungsangebote zu initiieren, die für Familien unentgeltlich sind. Da hier weiterhin Lücken klaffen, laufen beide Angebote parallel.

An der SiA wird künftig das Ganztagsprogramm des Landes Hessen (GTA) von 7.30 bis 14.30 Uhr mit Frühbetreuung, AGs, Hausaufgabenbetreuung und der Bereitstellung eines Mittagessens an drei Wochentagen angeboten. Kostenfrei. Familien, die mehr Betreuung benötigen, können an allen Wochentagen bis 16 Uhr Betreuung mit Angeboten über den ASB buchen.

42 Kinder wurden am Dienstag an der SiA in zwei Klassen eingeschult – ein aufregender Tag, nicht nur für ABC-Schützen. Die Familien drängten sich in der prall gefüllten Aula, um den großen Moment mitzuerleben. Desweiteren begann für rund 20 Kinder mit Migrationshintergrund ihre Schulzeit. An vier Vormittagen in der Woche werden die Kleinen dieser zwei Vorlaufgruppen die deutsche Sprache erlernen. Grundvorraussetzung für die Einschulung im kommenden Schuljahr. Durchweg waren die Kleinen voller Begeisterung. Mit strahlenden Augen verfolgten sie das Begrüßungsprogramm der Drittklässler. „Hier sollt ihr was lernen und jeden Tag fröhlich, neugierig und fleißig sein“, intonierten die Älteren gestenreich. Und, auf Nachfrage von Schulleiterin Martina Goßmann, zeigten sich auch schnell die Erwartungshaltungen der ABC-Schützen an ihre Schule: „Hier lernt man Mathe, Deutsch, singen und denken!“, wusste ein Knirps.

An der Friedensschule wurden 76 Kinder in vier Klassen eingeschult (zwei mit Inklusion). Hinzu kommen zwei Sprach-Vorlaufkurse, in denen viermal wöchentlich 16 Fünf- bis Sechsjährige in Deutsch unterrichtet werden. „Die 104-prozentige Lehrerversorgung wird bei uns nicht ganz erreicht“, berichtet Schulleiter Axel Pucknat. Schwierig waren die Feiern am Dienstag, denn pro Kind müsse man fast mit vier Begleitern rechnen. „Zweimal war die Aula rammelvoll und einige mussten stehen“, so Pucknat. Sehr gut haben die Viertklässler den Empfang gestaltet.

Es gibt 21 AG’s im Ganztagsbereich, die Angebote bis 14.30 Uhr sind für alle wählbar, und bis der Altbau renoviert ist (wir haben berichtet) wird die provisorische Mensa im Erdgeschoss genutzt.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare