Gut 70 Teilnehmer bei der Bürgerversammlung: Straßenverkehr geht alle an

„Kinder können nicht alleine gehen“

Diese Mutter kritisiert: „An der Schule im Angelgarten gibt es keinen sicheren Weg für Kinder.“ Mehr Informationen zum VEP und zu Ansprechpartnern im Rathaus folgen im LA am Donnerstag. J Foto: sr

Groß-Zimmern J Das Thema Straßenverkehr interessiert und es geht alle an. Das zeigte sich auch bei der Bürgerversammlung am Donnerstag. Gut 70 Teilnehmer diskutierten in der Mehrzweckhalle intensiv über Vorstellungen, Behinderungen und . Pläne. Von Gudrun Fritsch

Planer Jörg von Mörner skizzierte die bei ihm in Auftrag gegebenen Untersuchungen für einen Zimmerner Verkehrsentwicklungsplan (VEP) anhand der Zählungenvom Juni. Bei den Knotenströmen etwa wurden im Norden der Gemeinde (Bertha-von-Suttner-Straße) 4  900 Fahrzeuge gezählt, im Süden (Reinheimer Straße) hingegen waren es nur 2 400. Die Erfassung des Quell-, Durchgangs- und Zielverkehrs zeige, wo die meisten Bewegungen hinführten und wer einfach nur durch den Ort fahre. Hierzu werde es nach Fertigstellung der Reinheimer Umgehung noch einmal Zählungen geben. Der Darstellung, dass die Fahrzeugbewegungen verglichen mit 1993 gleich geblieben oder sogar weniger geworden seien, widersprachen viele. Das liege auch daran, dass die Ladenöffnungszeiten heute wesentlich flexibler sind und dieser Verkehr folglich weniger gebündelt auftrete als früher, so von Mörner.

Stadtplanerin Ursula Stein, auch zuständig für die Auswertung der Anregungen, moderierte und vermittelte. Alle würden Gehör finden, denn der VEP soll als Instrumentarium dienen, in dem gleichberechtigt und aufeinander abgestimmt alle Verkehrsarten berücksichtigt würden: Fußgängerverkehr, Fahrradverkehr, öffentlicher Personennahverkehr und motorisierter Individualverkehr (MIV). Er soll Lösungen in Konzepten zu übergeordneten Fragen bieten und als Grundlage für weitere vertiefende Planungen dienen.

230 Anregungen sind bisher im Rathaus eingegangen, die Planer wünschen sich jedoch noch mehr Beteiligung. „Bei uns ist es schon vor 6 Uhr früh unerträglich laut“, kritisierte eine Anwohnerin der Waldstraße die Zählungen, die den Lieferverkehr nicht berücksichtigten. Ein Klein-Zimmerner plädierte dafür, im Ortsteil keinen Durchgangsverkehr mehr zuzulassen und eine Mutter, deren Kind die Schule im Angelgarten besucht, beschrieb erzürnt: „Ich kann mein Kind nicht alleine zur Schule gehen lassen. Dort parken überall Autos, und es gibt keinen Bürgersteig.“ Von Mörner bat, Kritiken und Anregungen der Gemeinde zu melden, damit alles in den VEP eingearbeitet werden kann.

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