Kinder treten im Zirkus auf

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Hoch am Trapez übt Antonia für die große Vorstellung am Samstagnachmittag.

Groß-Zimmern - „Du musst den Körper strecken, jetzt den Kopf hoch und gut festhalten“, erklärt Rocky Krämer. Am Trapez übt Antonia für die große Vorstellung am Samstagnachmittag. Der Zirkus Baldini hat wieder Station gemacht in Groß-Zimmern und ist für die Ferienspiele gebucht. Von Ulrike Bernauer

Diesmal sogar zwei Wochen: die erste und die letzte Ferienwoche können sich Zimmerner Kinder in kleine Artisten verwandeln. „140 Kinder haben sich angemeldet und die haben wir in zwei Gruppen zu je 70 Kindern eingeteilt“, sagt Tom Hicking. So sind die Artistengruppen angenehm klein, so dass die Artisten der Familie Krämer gut mit ihnen arbeiten können.

Die große Vorstellung des Ferienspiel-Zirkus Baldini ist am Samstag (18. Juli) um 15 Uhr im Zelt auf dem Festplatz. Karten für fünf Euro können täglich an der Kasse (klingeln) gekauft oder unter 0175/3458962 reserviert werden. Natürlich gibt es auch eine Abendkasse.

Die kleinste Gruppe ist bei der Tüchernummer. „Die ist sehr anspruchsvoll. Das Tuch ist glatt und gibt nach. Schon das Hochklettern ist schwer“, erklärt Cheftrainer Rocky. So dürfen nur Marlene und Vanessa mitmachen. Sie sind sehr sportlich und in Zirkusdingen erfahren. Beide sind schon das fünfte Mal dabei. Auch Antonia (12) hat letztes Jahr schon mitgemacht. Sie übt am Trapez und findet es toll. Im vergangenen Jahr trainierte sie am Drahtseil, das Trapez hat sie aber schon damals fasziniert. „Eine Stunde haben wir heute Training im Zelt. Dann helfen wir bei anderen Gruppen, zum Beispiel beim Rope Skiping. Irgendwas ist immer zu tun“, erklärt Vanessa.

Den Spagat auf der Leiter übt Sophie.

Im Zelt üben neben den Trapezkünstlern die Seiltänzer. Andere Gruppen - schließlich werden die Gäste bei der Abschlussvorstellung elf Nummern sehen, darunter eine Pferdenummer, Trampolinclowns und Feuerzauber - proben im Jugendzentrum oder in den Turnhallen der Albert-Schweitzer-Schule. Dort wird die Leiternummer, eine „Weltneuheit“, einstudiert. Vier Mädchen: Alessa (8), Sophie (9), Lea (10) und Davina (11) proben zusammen mit Tino Krämer und Teamer Alex Hottes. „Wir müssen uns die Kunststücke aufschreiben und auch die Reihenfolge, sonst vergessen wir noch was“, sagt Tino.

Ganz begeistert sind die Mädchen, als die Fotografin bittet, das Programm noch einmal zu zeigen. Alessa hängt sich an die Leiter und zeigt das Vogelnest. Sophie verzieht ein wenig das Gesicht, als sie sich in den Spagat gleiten lässt, es zieht in den Oberschenkeln. Aber alles führen sie nicht vor. Schließlich soll es für den Samstag auch noch eine Überraschung geben.

Inzwischen sind die Trapezkünstler aus der Manege verschwunden und die Hundenummer wird einstudiert. Während alle anderen Vierbeiner brav auf den Stühlen sitzen, tobt Darcy durch die Manege. Der kleine Kerl ist erst drei Monate alt, in Kleestadt ist er zur Welt gekommen. „Darcy und sein Bruder Touch laufen bei den Großen mit. So lernen sie spielerisch und werden schon bald bei der Hundenummer richtig dabei sein“, erklärt Rocky.

Baldini kommt von Balduin

Zu acht ist die Schaustellerfamilie Krämer und managt den Zirkus Baldini als Familienbetrieb. Als einziger Außenstehender ist Zimmerns Jugendpfleger Tom Hicking für Tourneeplanung und Management zuständig. Gegründet wurde das Unternehmen nach dem Krieg von Namensgeber Balduin Krämer, dem Großvater des jetzigen Direktors Rocky Krämer. Der Cheftrainer leitet das Trapez, die Hundeshow, den Feuerzauber und das Zaubern. Sein Bruder Tino sowie die Schwestern Sidney, Michele und Sara haben eigene Gebiete. Die Eltern, Alex und Janette Krämer, legen noch ordentlich mit Hand an. Der jüngste im Bunde, Keanu, übt schon mit seinen zwei Jahren für den großen Auftritt. Seit 2004 zieht der Zirkus durch die Region. Die Idee für den Kinder-Mitmachzirkus hatte Hicking, der von der pädagogischen Arbeit der Krämers begeistert ist. In den fünf Jahren der Zusammenarbeit hat sich einiges getan. Der Fuhrpark wurde erneuert und die Tiershows umgestellt. „Heute sind noch Haustiere dabei. Exoten lassen sich im Zirkus nicht artgerecht halten“, sagt Hicking. Die neuesten Pläne für den Zirkus Baldini betreffen die Winterpause. Die hielt man in den letzten zwei Jahren in Montabaur. Künftig will der Zirkus ein Angebot für Kindergärten machen. „Die Artisten trainieren mit den Kleinen in den Turnräumen vor Ort. Neben dem artistischen Üben wird es auch um die Stärkung des Selbstvertrauens gehen“, erklärt Hicking.

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