„Kinderfrei(t)räume“ wirbt mit besserem Betreuerschlüssel

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Kinderfreiträumer mit Drachenlaternen bei ihrem Martinsfest.

Groß-Zimmern ‐ Ungemütlich nasskalt war es draußen, doch Kinder und Erwachsene ließen sich nicht schrecken: Eigentlich durfte man sich gar nicht wundern, dass der Zimmerner Verein „Kinderfrei(t)räume“, der seit 17 Jahren den Kinderladen heute in der Röntgenstraße betreibt, seinen Martinsumzug am Sonntag trotzdem durchzog – wöchentliche Waldtage bei Wind und Wetter gehören zu den pädagogischen Inhalten des integrativen Kinderladens. Von Jens Dörr

Mit „Laterne, Laterne“ und anderen Liedern ging es hinaus in den Wald rund um den Waldkindergarten, der als Basislager diente. „Toll, dass uns Elke Steinbeck vom Kindergarten Nordring die Veranstaltung hier ermöglicht hat, obwohl dieser Kindergarten aktuell sein eigenes Equipment hier untergebracht hat“, freut sich Stefan Held vom Verein. 25 Kinder und noch mehr Eltern kamen, liefen, sangen und taten sich nach 45 Minuten in der Kälte im Waldkindergarten anschließend gütlich an Mitgebrachtem.

Dominantes Gesprächsthema war natürlich die Betreuung des Nachwuchses. „Wir wollen mitbestimmen, wie unsere Kinder erzogen werden“, betont Held. Das geschehe bei regelmäßigen Treffen der Eltern. Insgesamt 18 Kinder werden von zwei Vollzeit-Erzieherinnen und einer mit Zweidrittel-Kraft betreut. Ein Pfund, mit dem man wuchert. Held betont, das Verhältnis von Kindern zu Betreuern sei somit besser als in den öffentlichen Kindergärten. Auch wenn dafür etwas höhere Kosten auf die Eltern zukommen. Speziell seien auch andere Dinge bei den „Kinderfrei(t)räumen“: Die Zwei- bis Sechsjährigen werden altersübergreifend betreut. Die zwei Integrativplätze seien derzeit noch nicht besetzt.

Backen und Kochen gehören ebenso zum Regelprogramm wie das gemeinsame Frühstück, Musik und Turnen, das Trainingsprogramm „Hören, Lauschen, Lernen“ und Spiele im „Zahlenland“. Dort wird mathematische Frühförderung betrieben. Gestaltungsfreiheit, die die Eltern selbst andernorts nicht immer haben. Finanziert wird der Kindergarten neben den Beiträgen (das letzte Jahr vor der Einschulung ist kostenfrei) durch einen Zuschuss der Gemeinde und durch das Land Hessen. „Wir bieten etwas mehr Erziehung als anderswo, können Projekte entwickeln und diese situations- und altersorientiert anbieten“, fasst Held zusammen. Zudem wolle man sich künftig stärker von anderen Kindergärten abheben, um attraktiv zu bleiben: „Dabei sind wir aber noch in der Findungsphase.

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