Sehr gut verständliche Präsentation der „Birli Architekten“ / Hol- und Bringverkehr berücksichtigen, aber keine Drive-in-Krippe

Kindergarten in H-Form mit großem Hof

So könnte die Kita auf dem Festplatz aussehen (hinten links die Schule). Foto/Repro: sr

Groß-Zimmern - Rund 15 Jahre Erfahrung mit der Planung von Schul- und Kindergartenanlagen haben die Architekten Hans Birli und Daniel Jünger. Von Gudrun Fritsch

Dabei haben sie ihre Projekte wohl schon oft den kommunalpolitischen Gremien vorgestellt, denn nicht nur inhaltlich hervorragend vorbereitet waren die Konzepte für den Bau einer sechsgruppigen Kita auf dem Festplatz, die die beiden am Dienstag im Rathaus erläuterten. Auch im Umgang mit den Zimmerner Gemeindevertretern erwiesen sich die Architekten als sehr erfahren.

„Wir beschreiben, was wir gut finden, und stellen auch die Lösungen vor, die uns weniger gefallen“, erklärte Birli das Vorgehen, bei dem die Entscheidungsträger viele Informationen erhielten, mit Argumenten für und wider beim jeweiligen Plan. Offensichtlich stimmten dabei alle den Planern zu, die für den neuen Kindergarten in der Angelgartenstraße ein H-förmiges Raumprogramm vorziehen, bei dem alle Gruppen nach außen orientiert sind. Diese Bauweise ermögliche eine einfache Erschließung, gute Belichtung und entspreche dem pädagogischen Konzept. Die Ausbildung einer Mitte sei hier ebenso möglich wie der Erhalt privater Außenbereiche für die geplanten vier Gruppen unter- und zwei Gruppen über Dreijähriger. Zudem biete das Gebäude hohe Flexibilität und sei „demographieoffen“ - könnte also, wenn nicht mehr genügend Kinder nachkämen, später mit geringfügigem Änderungsaufwand auch anderwertig genutzt werden. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass die Fördergelder für den Bau von U3-Plätzen einer 25-jährigen Bindung unterliegen. „Das ist dann eine Frage der Verhandlung“, kommentierte Birli.

Noch nicht einig war man sich allerdings bei der Wahl der Energieversorgung. Ingenieur Markus Stiegler stellte vier Varianten für die technische Gebäudeausrüstung vor. Dass eine Kita den Nutzungsansprüchen eines Passivhauses, bei dem Fenster und Türen möglichst geschlossen bleiben sollten, kaum entsprechen könne, gaben die Planer zu bedenken. Deren Positionen untermauerte auch Markus Hennemann, Kreisgeschäftsführer des Trägers Arbeiterwohlfahrt.

Intensiv diskutiert wurde zudem die Frage, ob der Kindergarten eine Zubereitungs- oder nur eine Aufwärmküche erhalten sollte, bei der das Essen von einem Caterer geliefert wird. Pädagogisch sinnvoll und umweltfreundlicher sei die direkte Zubereitung der Speisen, war man sich einig. Hennemann konnte mit Beispielen belegen, dass sich die Anschaffungskosten nur geringfügig unterscheiden. Allerdings gelten für das Kochen andere Auflagen und man müsste eine Fachkraft einstellen.

Hier kam die Frage auf, ob eventuell eine Arbeitsteilung mit der Schulmensa möglich sei. Ebenso wurde bei der Wärmeankoppelung überlegt, ob Synergien auch mit dem nahe gelegenen Feuerwehrhaus und dem Jugendzentrum sinnvoll seien.

Mit der Frage von Jenny Aschenbrenner (SPD), wie viele Parkplätze denn geplant seien, begann eine intensive Diskussion zum Thema „Drive-in-Krippe“.

Marianne Streicher-Eickhoff erklärte: „Wir wollen gewiss nicht mehr Verkehr, aber man muss berücksichtigen, dass die meisten Kinder mit dem Auto gebracht werden.“ Eine Verschiebung des Baufensters Richtung Süden zur alten Bahntrasse hin sei möglich, so Bauamtsleiter Klaus Keller.

Dieter Emig (SPD) gab zu bedenken, dass die Angelgartenstraße schon durch den Schulverkehr sehr belastet ist und betonte: „Es muss ja nicht erst zu einer Katastrophe kommen, weil die Feuerwehr nicht mehr durchkommt.“

Der Vorschlag von Kurt Werdecker (FDP), neben den geplanten sechs Stellplätzen an der Angelgartenstraße zur Entzerrung an der Johannes-Ohl-Straße das Kurzparken zu ermöglichen, fand einige Befürworter.

Den Belastungstest im Umgang mit Kommunalpolitikern bestanden die Birli-Architekten mit Bravour, als es zuletzt um die Termin- und Bauzeitplanung ging.

Bis Ende 2013 muss die Kita genutzt werden, so die Förderrichtlinien. Um dies sicher zu schaffen, sollten die Entscheidungs- und Beratungstermine möglichst gestrafft werden. Bürgermeister Achim Grimm bat um Sitzungsunterbrechung für ein Gespräch mit den Fraktionsvorsitzenden. Entscheiden könne man noch nicht, meinten die jedoch und Catrin Geier (SPD) schlug vor: „Nächste Woche sind Ausschusssitzungen. Da können wir darüber reden.“

Auch die Parlamentsvorsitzende Katharina Geibel plädierte dafür, die Beratungen so weiter zu führen.

Christof Glaser (CDU) betonte, dass man die Abstimmung über den Kitabau dann möglichst mit auf die Tagesordnung der nächsten Parlamentssitzung am 13. März nehmen sollte.

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