Kindergarten ohne Querparker

Groß-Zimmern -  „Ich finde es ärgerlich, dass die Birli Architekten diese Stellungnahmen erst jetzt abgegeben haben“, betonte SPD-Mann Dieter Emig am Montag im Planungsausschuss und seine Kollegen stimmten ein. Von Gudrun Fritsch

Das Gremium sollte endgültig über den Bau der Kindertagesstätte auf dem Festplatz entscheiden und hatte wiederholt Fragen an die Planer gestellt. Zuletzt ging es im Wesentlichen um die Verkehrs- und Parksituation in der Angelgartenstraße.

Hierzu hatten die Planer erst kurz vor der Sitzung eine ausführliche Stellungnahme abgegeben. Darin erläutern sie pädagogische und gestalterische Einschränkungen durch Parkflächen vor dem Gebäude. Die Bedeutung des Zuganges und des Platzes am Haupteingang für Kinder und Eltern sei nicht zu unterschätzen.

Dies betont auch Markus Hennemann, Geschäftsführer der „AWO family“, dem künftigen Betreiber des Kindergartens. „Viele Gespräche zwischen Eltern finden während der Hol- und Bringsituation statt. Es werden Verabredungen geklärt oder Netzwerke genutzt“, so der Fachmann. Zudem sei es aus Sicht der Kinder wichtig, den Eingang freundlich und einladend zu gestalten. Aus dem Vorplatz der Kita sollte keine Funktionsfläche werden, die dem PKW-Verkehr dient.

Geplante Neuerungen

Zudem warnen die Planer vor möglichen funktionalen Einschränkungen bei der Ausbildung des Vorplatzes mit Treppenanlage und Rampe. Mögliche Fahrradstellplätze müssten weiter entfernt im Bereich der PKW angesiedelt werden. Da die anderen zur Diskussion stehenden Varianten weitere Gefahrensituationen für Kinder darstellen würden und mit Mehrkosten verbunden wären, entschieden sich die Ausschussmitglieder einstimmig für die Variante 4a (wir haben berichtet).

Kurt Werdecker (FDP) beantragte, dass von den 19 vorgesehenen Stellplätzen die sechs Senkrechtparkplätze an der Angelgartenstraße entfallen sollten. Die Einsparungen hieraus sollten dafür ausgegeben werden, die Stichstraße zwischen Kita und Wohnbebauung komplett zu pflastern.

Dem stimmten alle zu, denn Hennemann rechnete in seinem Schreiben vor: Bei 90 Kindern ergibt sich ein Faktor von 4,7 Kindern pro Stellplatz. Wenn 25 Prozent der Kinder zu Fuß oder mit dem Rad kämen, gäbe es 67 Autofahrten. Bringzeit ist von 7 bis 9 Uhr, also 120 Minuten lang. Dies würde bedeuten, dass statistisch alle 1,8 Minuten ein Auto käme. Würden von den 19 Stellplätzen vier für Dauerparker (Eltern in Eingewöhnungsphase) reserviert werden, blieben 15 Plätze zur Verfügung durch Kurzzeitparker.

„Mitarbeiter werden weiter entfernt parken“

„Es ist davon auszugehen, dass Mitarbeiter weiter entfernt parken werden, etwa bei der Feuerwehr. Die 15 Stellplätze würden alle 1,8 Minuten belegt werden, so dass erst nach 27 Minuten die Stellplätze voll wären“, schloss Hennemann.

Die so errechnete durchschnittliche Verweildauer der Eltern von 27 Minuten läge deutlich über dem bisher bekannten Bedarf.

Heute tagt der Haupt- und Finanzausschuss im Rathaus (Erdgeschoss). Neben dem Abschluss des Eigenbetriebs Abwasserbeseitigung und der Neufassung der Feuerwehrsatzung wird es um Anträge von SPD und FDP gehen, die wissen wollen, über wieviel Geld die Gemeinde aktuell tatsächlich im Haushalt verfügen kann. Sitzungsbeginn ist um 20 Uhr.

Rubriklistenbild: © dpa

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