Gemeindevertreter beraten in Sitzung über das Dauerthema

Kindergarten im Semder Pfad?

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Das Thema Kinderbetreuung ist in Groß-Zimmern ein Dauerthema. Nun wurde in der Gemeindevertretersitzung der Neubau eines Kindergartens in Klein-Zimmerns diskutiert.

Groß-Zimmern - Kinderbetreuung ist in Groß-Zimmern ein Dauerthema. Die Kita Angelgartenstraße wurde erst vor fast genau drei Jahren eröffnet und schon wieder ist der Bedarf an Betreuungsplätzen sowohl im U3- als auch im Ü3-Bereich nicht mehr zu decken.

Den Gemeindevertretern ist das Problem bewusst, deshalb stand am Dienstag bei der Gemeindevertretersitzung das Thema Kinderbetreuung auf der Tagesordnung. Konkret ging es bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung um einen Neubau eines Kindergartens in Klein-Zimmern. Vom Gemeindevorstand wird dieser im Semder Pfad favorisiert, das habe zahlreiche Vorteile: Die Kinder könnten bis zum Umzug in die neue Einrichtung unbeeinträchtigt in den jetzigen Räumen bleiben, damit entfielen Kosten für Um- und Rückumzug, sollte man an die bestehende Kita im Blumenweg zur Erweiterung nur um- oder anbauen. Mit einer fünfgruppigen Einrichtung würde man zudem zukunftsorientiert bauen, auch Parkplätze wären auf dem knapp 3 000 Quadratmeter großen Grundstück herzustellen.

Bürgermeister Achim Grimm hätte am Dienstag gerne den Grundsatzbeschluss für den Startschuss der Vorplanungen von den Parlamentariern erhalten. Die sahen allerdings noch Beratungsbedarf und forderten ein genaueres Konzept vom Gemeindevorstand bis zur nächsten Gemeindevertretersitzung.

Die FDP hatte einen Ergänzungsantrag gestellt. Kurt Werdecker forderte eine Prüfung, ob ein neu zu bauendes Kitagebäude auch noch für andere Nutzungen vorgesehen werden könnte. Die FDP konnte sich in einem 1. Stock über der Kita Wohnbebauung vorstellen. Dem widersprach jedoch Astrid Geiß (CDU), die bezweifelte, dass Wohnbebauung auf einer Kita eine glückliche Lösung sei. Chris Kowal (SPD) monierte am Dienstag Zeitdruck bei der Abstimmung und wünschte sich eine Gesamtlösung. Offen sei zum Beispiel noch die Nutzung der bestehenden Kita nach einem Neubau im Semder Pfad. Hier gibt es die Idee, nach dem Abriss einen Spielplatz zu errichten, letztendlich fällt ja beim Neubau einer Kita auch der jetzt bestehende Spielplatz im Semder Pfad weg.

Für das Gebäude mitsamt Gelände gibt es allerdings auch noch andere Ideen, die aus dem Ortsbeirat Klein-Zimmern und dem Kreis um „Unser Dorf hat Zukunft“ kommen. Hier könnte man sich mehrere Nutzungen für die Räumlichkeiten vorstellen. Erste Ideen, die allerdings noch in den Kinderschuhen stecken, sind ein Dorfgemeinschaftsladen auf ehrenamtlicher Basis, ein Betreuungsangebot für die Kinder der Geißbergschule oder ein Treffpunkt für Senioren. Das Außengelände könnte parallel zum Spielplatz umgebaut werden, unter Umständen mit weiterer Fläche der katholischen Kirche, die schon jetzt ein Teil des Außengeländes der Kita Blumenstraße zur Verfügung stellt.

Auch die Grünen sahen bei dem Thema noch Beratungsbedarf. Sie stellten in Frage, ob Klein-Zimmern eine fünfgruppige Kita benötige und forderten ein Gesamtkonzept für Klein- und Groß-Zimmern, da der Bedarf nach Betreuungsplätzen doch groß sei. Das hatte sich in der Sitzung des Sozialausschusses vergangene Woche herausgestellt. Nicole Schild, Leiterin der Kita Wichernweg, aber auch zuständig für die Belegung aller Kindertagesstätten der Gemeinde, hatte die neuesten Zahlen verkündet. Demnach fehlen in der Gesamtgemeinde zwei U3-Gruppen und eine Ü3-Gruppe (der Lokalanzeiger berichtete).

Bilder: Kinderfastnacht in Groß-Zimmern

Die Gemeindevertreter setzten einen Beschluss des Antrags aufgrund des großen Beratungsbedarfs aus. Die Ausschüsse werden sich noch einmal mit den vielen offenen Aspekten beschäftigen, bis dahin erwartet man vom Gemeindevorstand ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept für die Betreuung in der Gesamtgemeinde.

Parallel dazu werden sich der Gemeindevorstand und die Verwaltung mit der Lösung der aktuellen Situation beschäftigen. Auf telefonische Nachfrage des Lokalanzeigers erklärte Bürgermeister Grimm, dass man prüfen werde, wo und auf welchem Gelände sich kurzfristig neue Räumlichkeiten beispielsweise durch Container schaffen ließen.

Dabei wurden die Kita Wichernweg oder auch die Waldschule angesprochen. Diese kurzfristigen Lösungen seien aber ganz unabhängig von den Planungen für den Neubau oder die Neubauten zu betrachten.

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