Wie eine große Familie

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Nähstube Kinderladen: Emilian näht ein Hot-Wheels-Kissen für das Kinderzimmer.

Gross-Zimmern - Der Integrative Kinderladen Kinderfrei(t)räume unterscheidet sich von den anderen Betreuungseinrichtungen der Gemeinde. Der Kinderladen in der Röntgenstraße wurde von Eltern initiiert, ist klein, familiär, integrativ und wird Menschen ab zwei Jahren ganz individuell gerecht.

Im Sommer sind Betreuungsplätze frei. Am Donnerstag, 13. Februar, gibt es einen Informationsabend für interessierte Eltern. Alltag im Kinderladen: Still und konzentriert wird in der Miniküche gearbeitet, vis a vis rattert die Nähmaschine, ein paar Kinder suhlen sich im Bällchenbad. „Wir haben kein starres Tagesprogramm nach dem Motto: jetzt wird gebastelt!“, erklärt Erzieherin Ulrike Sommer. „Innerhalb einer gewissen Tagesstruktur dürfen Kinder bei uns vieles selbst entscheiden.“ Partizipation ist das Stichwort, welches das pädagogische Konzept der Einrichtung gut beschreibt. Kinder dürfen mitbestimmen. Da die Kleinen nicht schreiben können, ersetzen Gemälde den Wunschzettel für die Geburtstagsparty, oder das Speisenangebot für den Tag der offenen Tür, abgestimmt wird nicht per Akklamation, sondern mit Steinchen.

Für individuelle Herzensangelegenheiten gibt es eine Wünschewand. Die Gruppe ist mit maximal 20 Knirpsen von zwei Jahren bis zur Einschulung klein, sodass individuelles Arbeiten gut möglich ist. „Wir trauen unseren Kindern viel zu“, erzählt Sommer, eine von drei festen Erzieherinnen. Eine Integrationskraft ist derzeit zusätzlich an Bord. Welche Rahmenbedingungen für Integrationskinder im neuen Kinderförderungsgesetz greifen, werde derzeit auf Landesebene noch festgeklopft, so die Vorsitzende des Trägervereins Kinderfreiträume, Nicole Razen-Henry. Dies ist eine Unbekannte bei den Planungen des Kindergartenjahres, eine weitere, welche Auswirkungen die Öffnung der neuen Gemeindekita auf den Kinderladen hat. Im Sommer verlassen einige künftige Schulkinder den Kinderladen, etwa acht Plätze werden frei.

Für die Einrichtung soll im besonderen Rahmen geworben werden, beim Infotag am 13. Februar. Hier wird im Gespräch mit Vereinsvertretern und Erziehern auch klar: Eltern und Betreuungseinrichtung bilden eine Gemeinschaft - fast wie eine große Familie.

(ula)

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