Aufträge zur Ertüchtigung der Kläranlage

Baubeginn noch 2014

+
Blick ins Kombibecker der Kläranlage. Braune Brühe für derzeit 20.000 sogenannte Einwohner-Gleichwerte (EG).

Groß-Zimmern - Die Gemeinde wächst - und mit ihr die Menge an Fäkalien und Abwasser. Die Ertüchtigung der Kläranlage ist daher lange beschlossen. Es ist die größte bauliche Investition, die Groß-Zimmern in der nächsten Zeit schultern muss. Von Ursula Friedrich

Gut 3,77 Millionen Euro, so der Stand vom April 2013, wird die Erweiterung der Kläranlage voraussichtlich kosten. Und bislang, so Bürgermeister Achim Grimm, blieb man im Kostenrahmen. Eine Vielzahl der Aufgaben für die Hauptgewerke, maschinen- und elektrotechnische Ausrüstung, wurde inzwischen vergeben. Es soll, so die Hoffnung des Bürgermeisters, noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten losgehen.

Vom Landkreis Darmstadt-Dieburg gab es nun per Baugenehmigung und wasserrechtlicher Erlaubnis grünes Licht für die Erweiterung. Da das Ingenieurbüro Reitzel die Anlage seit 1994 technisch betreut, erhielt das örtliche Unternehmen nun auch den Zuschlag für die Bauüberwachung (65.000 Euro). Mit 1,8 Millionen Euro sind die Kosten für Rohbau und Ausbaugewerke der dickste Brocken. Die technische Ausrüstung wurde mit einer Million Euro veranschlagt, die Baunebenkosten mit 630.000 Euro. Die Kläranlage wird damit um rund ein Drittel der derzeitigen Kapazität erweitert.

Der Neubau eines Kombibeckens zur Nachklärung und eines Speicherbehälters für überschüssigen Schlamm und hochbelastetes Rücklaufwasser sind geplant. Damit ist die Kläranlage für die Zukunft gerüstet. Derzeit ist sie für 20.000 sogenannte Einwohner-Gleichwerte (EG) ausgelegt - etwa 14.000 Einwohner plus Industrie und Gewerbe. Nach dem Ausbau, der im Herbst 2015 abgeschlossen sein soll, wird die Kapazität für 27.500 EG ausreichend sein. Weil am bestehenden Betonkurpus des Vorklärbeckens kleinere Schäden aufgetreten sind, müssen auch hier die Bauarbeiter ran. Der Betonkörper muss noch in diesem Jahr saniert werden.

Dies schlägt inklusive Planungsleistungen nochmals mit 44.000 Euro zu Buche, die Aufträge wurden vom Gemeindevorstand vergeben. Kosten verursacht auch das Kanalnetz, dessen Zustand gemäß der Eigenkontrollverordnung von den Kommunen regelmäßig überprüft werden muss. „Aufgrund des vorliegenden Kanalschadenskatasters mit Sanierungskonzept werden die Schäden nach den Zustandsklassen abgearbeitet“, kündigte Bürgermeister Grimm an. Noch in diesem Jahr rollen die Baumaschinen in der Danziger Straße, wo teilweise schwere Kanalschäden entdeckt wurden. Kostenpunkt der Sanierung: 19.000 Euro.

Kommentare