Erweiterung soll 2016 fertig sein

Kläranlage muss ein Drittel mehr leisten

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Bis 2016 muss die Kläranlage um ein Drittel auf eine Kapazität von 27.500 Einwohner-Gleichwerten erweitert werden.

Groß-Zimmern - Die Kläranlage ist an der Grenze ihrer Kapazität angelangt. Im April 2013 hatte die Gemeindevertretung die notwendige Ertüchtigung und Erweiterung der Anlage am Rand der Gersprenzaue nach vorgelegten Plänen (Variante zwei) beschlossen. Von GudrunFritsch

Bei einer gemeinsamen Sitzung des Planungs- und Umwelt- mit dem Finanzausschuss wurden die konkreten Ausbaupläne am Donnerstag im Rathaus vorgestellt. Die Kläranlage schafft 20.000 so genannte „Einwohner-Gleichwerte“ (EG). Zwar hat Groß-Zimmern aktuell nur rund 14.000 Einwohner, aber hinzugerechnet werden muss das Abwasseraufkommen des Gewerbes, und damit ist eine Obergrenze erreicht. Ohne Zubau eines zweiten Reinigungsstrangs ist weiteres Wachstum ausgeschlossen. Hinzu kommt die Problematik zeitweise extrem hoher Nitrat-Einträge, deren Grund bis heute nicht zu klären war. Ist die Ursache normalerweise in der Landwirtschaft zu suchen, so weisen in Groß-Zimmern die Untersuchungen in ein Wohngebiet „und damit in eine Sackgasse“, wie es Bauamtsleiter Klaus Keller formulierte. Nach den Verordnungen zur Gewässergüte muss das Nitrat raus, und dieser Zwang erhöht den Investitionsbedarf um stattliche 200.000 Euro.

Dr. Lutz Härtel, Mitarbeiter des beauftragten Planungsbüros „Unger Ingenieure“, stellte den Entwurf mit Kostenschätzung für die Erweiterung der Anlage vor. An der Planung sind neben der Gemeinde sechs Institutionen beteiligt. „Uns liegt eine Auswertung der Betriebsdaten von 2006 bis 2012 vor. Momentan reicht die Kapazität (siehe Skizze) bis zu einer Belastung von 24.200 EG und einer maximalen Wassermenge bei Regen von 150 Liter pro Sekunde.

„Unter Berücksichtigung der geplanten städtebaulichen Entwicklung muss die künftige Ausbaugröße auf 27.500 EG erhöht werden“, so Härtel. Beim Ausbaukonzept der Variante zwei bleiben Zulaufgruppe inklusive Vorklärung und Schlammbehandlung unverändert. Die Nachklärung wird um ein zusätzliches Kombibecken erweitert, ein Speicherbehälter für Überschussschlamm und hochbelastetes Rücklaufwasser aus der Schlammbehandlung kommen hinzu. Die Arbeiten werden den laufenden Betrieb nicht behindern und sollen bis zum Herbst 2015 abgeschlossen sein. Spätestens 2016 muss die um ein Drittel erweiterte Anlage in Betrieb sein.

Ob ein Zuwachs von lediglich 3000 Einwohner-Gleichwerten nicht zu wenig sei, wollte Claus Rosendahl (SPD wissen. Von Gewerbebetrieben werde sowieso eine Vorbehandlung des Abwassers gefordert. Auch angesichts der Zuzugsrate sei die neue Größe wohl ausreichend, kalkulierte Härtel. Er warnte auch vor einer Überdimensionierung, denn dadurch würden auch die Betriebskosten steigen. Zu denen wollte Rosendahl natürlich konkrete Zahlen haben. Sein Antrag, vor der nächsten Sitzung eine Aufschlüsselung der aktuellen und künftigen Betriebskosten zu verteilen, wurde einstimmig angenommen.

Wie die Gemeinde die Gesamtkosten von 3,66 Millionen Euro finanzieren kann, ob über Gebührenerhöhung, Beitragserhebung oder beides, damit wird man sich in den politischen Gremien in den kommenden Monaten auseinander setzen.

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