Erdebeeren so früh wie nie

Spargel zum Muttertag ist eher rar

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Frischer geht es nicht: Direkt vom Acker kommt der grüne Spargel in den Verkaufsladen des Birkenhofs.

Klein-Zimmern - „Die ganze Zeit hatten wir genug Spargel. Zum Muttertag könnte er knapp werden“, sagt Landwirt Thomas Schaffer. Grund ist das aktuell kühle Wetter, das zwar nicht verhindert, dass der Spargel wächst, aber eben nicht so schnell wie bei höheren Temperaturen. Von Ulrike Bernauer

Dafür hat die Spargelsaison in diesem Jahr früher angefangen als in den vergangenen Jahren, eben weil es im April höhere Temperaturen gab als „normal“. Dem Wuchs hat auch die Trockenheit der Aprilwochen wenig ausgemacht. „Wir setzen den Spargel 20 Zentimeter tief in die Erde und seine Wurzeln gehen noch ein ganzes Stück tiefer“, so Spargelbauer Schaffer. Da hatte das grüne Gemüse bei den tiefgründigen Böden noch keine Wasserprobleme. Anders hat das wohl bei Griesheim ausgesehen, wo deie Pflanzen in fast reinem Sandboden wachsen. Wenn Schaffer bei noch längerer Trockenheit hätte beregnen müssen, wäre das erstens ein enormer Arbeitsaufwand gewesen und hätte wohl auch den Gewinn zum größten Teil vernichtet.

Nicht nur aus diesem Grund ist Schaffer dankbar für den schweren, recht mineralhaltigen Boden, der um die Gemeinde Groß-Zimmern herum vorherrscht. „Ich finde auch, dass der Spargel von diesen Böden mehr Eigengeschmack hat“, sagt der Klein-Zimmerner Landwirt. Schaffer verkauft auf dem Birkenhof nicht nur seinen eigenen Spargel, der grün wird, weil er aus dem Boden wachsen darf. Sein Spargelfeld weist auch nicht die typischen Erdwälle auf, wie man sie beim weißen Spargel findet. Den weißen Spargel bezieht Schaffer vom Spargelhof Funck in Langstadt. Die Saison läuft für den Klein-Zimmerner alles in allem zufriedenstellend, vor allem, da es jetzt reichlich Regen gegeben hat und auch noch geben wird. Der war besonders für die anderen Kulturen, die Schaffer anbaut, wichtiger.

Erdbeeren brauchen Wasser

Die Erdbeeren, die auf dem Birkenhof seit rund einer Woche geerntet werden, benötigten dringend Wasser. Jetzt könnte es jedoch schon wieder fast zu viel Nass werden, bei den reifen Früchten droht bereits ein Pilzbefall. Sehr erfreut ist der Landwirt über den vorgezogenen Erntebeginn. „So früh haben wir noch nie die ersten Erdbeeren gepflückt.“ Dankbar für den Regen der letzten Tage ist vor allem das Getreide, das bei weiterer Trockenheit wahrscheinlich weniger Ähren und Körner ausgebildet hätte. Auch die Zuckerrüben können sich nun entwickeln, die hatten besonders unter der Trockenheit gelitten. Den Mais sieht man jetzt nach dem erfrischenden Regen auf vielen Äckern rund um Groß- und Klein-Zimmern regelrecht sprießen. Die ausgesäten Körner waren bei anhaltender Trockenheit einfach nicht aufgegangen.

Jetzt sollte allerdings die Sonne auch mal wieder ein bisschen scheinen und die Temperaturen müssten in die Höhe gehen. Vor allen Dingen für die Erdbeeren und den Spargel wäre das vorteilhaft. „Wie gut der Ertrag wird, weiß man bei allen Kulturen immer erst nach der Ernte“, sagt Schaffer, schließlich kann er das Wetter nicht beeinflussen. Das sorgt in manchem Jahr dafür, dass die Ernte nicht so ausfällt wie der Landwirt das gerne hätte. „Wir hatten zwar schon Missernten, aber einen Totalausfall gab es hier noch nie.“

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