Vortrag zur Geschichte eines Messgerätes

Viele Sonnenuhren gehen falsch

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Peter Jacobs zeigte Sammlerstücke, darunter die Hirten-Sonnenuhr in Form einer Flasche.

Klein-Zimmern - Für die meisten Menschen sind Sonnenuhren lediglich hübsche Deko-Artikel für den Garten oder die Hauswand. Für Peter Jacobs sind sie ein faszinierendes Hobby, das er gerne mit anderen teilt.

Im Rahmen des Kaffee- und Kuchennachmittags vermittelte er seine Begeisterung für die oft kunstvoll gestalteten Messinstrumente am vergangenen Sonntag an die rund 50 Gäste im Klein-Zimmerner Feuerwehrhaus.

„Sonnenuhren können viel mehr als Zeit messen“, erklärt Jacobs. „Sie zeigen das Datum an, die Tageslängen oder die Sonnendeklination, den Stand der Sonne am Himmel.“ Für die Besucher hat der Fachmann einige Varianten mitgebracht. Die Ausführungen sind vielfältig: So zeigt eine Hirten-Uhr in Form einer Flasche an, wie viel Zeit seit Tagesanbruch vergangen ist und wie viele Stunden bis zum Sonnenuntergang verbleiben. „Damit wussten die Schäfer, wie lange sie mit ihrer Herde noch auf der Weide bleiben konnten, bevor sie sich auf den Heimweg machen mussten“, so Jacobs.

Als er vor rund 15 Jahren in den Ruhestand ging, begann er, sich intensiv mit den Sonnenuhren zu beschäftigen. Das Interesse an Astronomie und dem Thema Sonnenuhr waren bei dem ehemaligen Ingenieur, der auch in der Raumfahrt tätig war, schon lange vorhanden. Inzwischen ist er Mitglied im Fachkreis für Sonnenuhren in der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie und hat auch selbst schon mehrere der Geräte gebastelt. Die gekauften Sonnenuhren, die wir gerne als Deko verwenden, gehen dem Experten zufolge übrigens meistens falsch. Die exotischste Sonnenuhr hat er auf einer sechsmonatigen Reise durch Australien vor sechs Jahren entdeckt: Das Kunstwerk an der Südküste des Landes besteht aus 120 000 Mosaiksteinen und stellt die australische Tier- und Pflanzenwelt sowie die Sternbilder der südlichen Hemisphäre und Mondphasen dar. 

jg

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