Attraktivität und Wir-Gefühl

Klein-Zimmern will 2017 am Wettberb „Unser Dorf hat Zukunft“ teilnehmen

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An vielen Stellen in Klein-Zimmern könnte sich im Rahmen des Wettbewerbes etwas verändern.

Klein-Zimmern - Dass die Klein-Zimmerner sich für ihr Dorf einsetzen, haben sie in der Vergangenheit oft gezeigt. Jetzt hat der Ortsbeirat beschlossen, dass eine mögliche Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ geprüft werden soll. Von Gudrun Fritsch 

Der Wettbewerb findet 2017/2018 wieder statt. Um Bürger, Vereine und Ortsbeiratsmitglieder über Anforderungen und Ablauf zu informieren, hatte Ortsvorsteher Markus Geßner vor der letzten Sitzung des Gremiums Marcella Lüdicke eingeladen, die im den Landkreis Darmstadt-Dieburg zuständig ist für Dorf- und Regionalentwicklung. Die rund 30 Anwesenden zeigten großes Interesse und die Beiratsmitglieder sprachen sich im Anschluss einstimmig für eine Bewerbung aus. „Wir stehen noch ganz am Anfang“, erklärte Geßner im Gespräch mit dem LA. Der Gemeindevorstand sollte den Antrag bis zum 31. Januar stellen. Dann wird man sich im Dorf mit dem umfangreichen Pamphlet beschäftigen und suchen, was sinnvoll ist und was nicht. Diese Auseinandersetzung mit möglichen Projekten wird im Sommer abgeschlossen sein.

„Wir haben den Leuten hier gesagt, dass eine Teilnahme nur Sinn macht, wenn sich möglichst viele aktiv beteiligen“, so Geßner. Nicht der Ortsbeirat werde in der vordersten Reihe stehen, sondern eine zu gründende Projektgruppe. Bisher hätten ihm Vertreter der örtlichen Vereine, aber auch Einzelpersonen signalisiert, dass sie gerne mitmachen wollen. Bis zum Sommer müssen die Ideensammlung abgeschlossen und der Fragebogen ausgearbeitet sein. Voraussichtlich im Juli kommt dann die Kommission zur Ortsbegehung.

Wir-Gefühl stärken und Defizite finden

Bei dem Wettbewerb gehe es weniger um Preise, auch sei nicht wichtig, welcher Ort die meisten Geranientöpfe an den Fenstern hängen hat. „Es geht vielmehr darum, das Wir-Gefühl zu stärken und Defizite zu finden, um daran zu arbeiten, mit dem Ziel, als Dorf auch in Zukunft möglichst attraktiv zu sein“, so Geßner. An Ideen wird es dabei gewiss nicht fehlen. Spontan benennt der Ortsvorsteher Themen wie fehlende Einkaufsmöglichkeiten oder Infrastrukturprobleme. „Aber wir sollten das Ganze nicht überladen“, mahnt Geßner. In Semd habe er an einer Ortsbegehung teilgenommen und fand dort die Masse an Vorschlägen zu erdrückend.

Wie im Norddeutschen Hürup könnte eine Mitfahrbank aufgestellt werden.

Einen kreativen Beitrag leistete er selber bereits bei der letzten Beirats-Sitzung. Geßner hatte zuvor mit dem Verein „BobenOp“ im norddeutschen Hürup Kontakt aufgenommen. „Die haben zentral an der Dorfstraße eine Mitfahrbank mit Zielangaben aufgestellt. Die lädt Menschen ein, sich niederzulassen und anzuzeigen, wohin sie mitgenommen werden wollen“, beschrieb er. Dafür ließen sich Zielschilder aufklappen. Autofahrer, könnten die Leute mitnehmen oder man könne sich an dieser Stelle zum Mitfahren verabreden. „Die Mitfahrbank soll dazu beitragen, die Mobilität zu verbessern. Außerdem kann so das soziale Miteinander gesteigert werden“, schwärmt Geßner, der gerne auch an einem beliebten Zielort eine weitere Bank deponieren würde, denn „die Leute müssen ja auch wieder zurück kommen“. Ein Projekt also, dass richtig Spaß machen kann und bei dem auch Neubürger gut mitarbeiten können.

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